Ein Einkaufswagen nach dem anderen wird im Supermarkt an der Hauptstraße zwischen den Regalen hindurch geschoben. Andere Kunden haben bereits einen vollen Einkaufskorb in der Hand. Ein paar von ihnen müssen sich erst noch im neuen Markt orientieren – denn die Familie Haas hat den Supermarkt rundum erneuern lassen.

"Wenn ich zwei Mal hier war, dann finde ich mich auch wieder zurecht", sagt Kundin Marianne Maier-Juarnek. Die 80-Jährige war zum ersten Mal im Kindesalter in dem Supermarkt. Er sei aus dem Ort nicht wegzudenken. "Wie sehr der Markt fehlt, hat man gemerkt, als er jetzt saniert wurde", sagt sie. Denn während der Arbeiten musste der Markt zehn Tage lang geschlossen bleiben. "Ich habe ein Auto, aber für andere ist das nicht so einfach", sagt Maier-Juarnek.

Versorgung des Ortes

Im Zuge der Sanierung wurden der Boden erneuert, neue Regale eingebaut, die Kühlung ausgetauscht sowie ein neues Kassensystem integriert. "Das ging nur, weil alle Hand in Hand gearbeitet haben", sagt Ulrich Haas, Leiter des Marktes. Gleichzeitig wurde auch das Warenangebot erweitert. Kurz vor der Eröffnung trafen am Freitagmorgen noch 30 Rollbehälter mit den letzten Waren ein. Während die ersten Kunden bereits durch die Regale ziehen, ist die Familie deshalb noch mit dem Einräumen beschäftigt. Obwohl sie morgens um fünf Uhr begonnen hat.

Die Verkäuferinnen Tatjana Schuhmacher und Petra Schöneman stehen bei der Eröffnung hinter der neuen Kühltheke. | Bild: Wiebke Wetschera

Oberbürgermeister Thomas Herzog und Ortsvorsteher Lutz Strobel loben bei der Eröffnung das Engagement der Familie: "Mit diesem Markt ist die Versorgung in Tennenbronn gewährleistet, deshalb freue ich mich, dass die Familie Haas hier am Standort ist", sagt Herzog. Für viele sei der Markt nicht nur zum Einkaufen da, sondern auch für den Kontakt mit Menschen. "Es gibt viele, die drei Mal am Tag herkommen, weil ihnen die Kommunikation wichtig ist", sagt Strobel.

Von Generation zu Generation

Künftig will Ulrich Haas durchgehende Öffnungszeiten ermöglichen. Derzeit gibt es von Montag bis Donnerstag noch Schließzeiten rund um den Mittag. Mit seinen derzeit 17 Mitarbeitern sei die durchgängige Öffnung nicht zu stemmen. "Das hängt jetzt auch davon ab, ob dafür Mitarbeiter zu finden sind", sagt Haas, der das Geschäft in der vierten Generation führt. "Die Sanierung war nötig", sagt Vater Paul Haas, der den Laden bis 2004 40 Jahre lang leitete und noch heute im Geschäft mitwirkt. "Man muss mit der Zeit gehen, damit die Jungen den Laden weiterführen können." Denn die fünfte Generation der Familie steht schon bereit – für die Zukunft des Ladens mit Familientradition.

1890 kaufte Karl Haas (links) den Laden. Die Familie führt ihn weiter. Bild: Fam. Haas
1890 kaufte Karl Haas (links) den Laden. Die Familie führt ihn weiter. Bild: Fam. Haas

Moderne Sanierung

Die Familie Haas investierte 500 000 Euro in die Renovierung des Ladens: Dafür wurden neue Kassensysteme und Ladeneinrichtungen mit Kühltheken für den Verkauf von Käse und Fleisch eingebaut. Neue Technik ermöglicht die Verbindung zum Warensystem von Edeka: Daten werden direkt an das Auslieferungslager geschickt, wodurch eine zeitnahe Lieferung möglich wird. (ww)