Es war ein stiller Alarm, der den offiziellen Beginn der Feuerwehrhauptübung in Tennenbronn eröffnete. Bereits mehr als eine halbe Stunde vor Übungsbeginn versammelten sich Zuschauer und Eltern der Kindergartenkinder auf dem Vorplatz der katholischen Kirche, um zu sehen, wie die Feuerwehr am angenommenen Brandort, dem Kindergarten Maria Königin, vorgehen wird.

Übungsszenario war das Ausbrechen eines Feuers, nachdem zum St. Martinstag Kinder Laternen gebastelt hatten. Deren Funktion wurde auf Wunsch der Kinder mit einer Kerze geprüft. Ein Windstoß entfachte die Laterne und alles in der Nähe befindliche Bastelmaterial. Der Brandherd lag im unteren Bereich des Kindergartens. Schnell waren die Räume mit dichten Rauchschwaden gefüllt.

Zwei Kameraden der Feuerwehr warten auf den Einsatzbefehl: "Wasser marsch". Bild: Werner Müller
Zwei Kameraden der Feuerwehr warten auf den Einsatzbefehl: "Wasser marsch". Bild: Werner Müller | Bild: Werner Mueller

Es wurde zudem angenommen, dass sich ältere Kinder vom Geschehen entfernt hatten und sich in den Kindergartenräumen versteckten. Erste Löschversuche durch die anwesenden Erzieherinnen scheiterten, sodass die Alarmierung der Feuerwehr erfolgte. Gleichzeitig wurden die Kinder evakuiert. Als Sammelplatz ist die katholische Kirche vorgesehen. Dort ist es trocken, nicht kalt und vor allem kann durch die Erzieherinnen festgestellt werden, ob alle Kinder dabei sind.

Ein Verletzter wird von zwei Feuerwehrmännern aus dem Gefahrenbereich getragen.
Ein Verletzter wird von zwei Feuerwehrmännern aus dem Gefahrenbereich getragen. | Bild: Werner Mueller

Mit Blaulicht und Martinshorn fuhr die Feuerwehr zum Einsatzort. Vor Ort übernahm Alexander Moosmann in seiner Eigenschaft als stellvertretender Abteilungskommandant das Kommando. Der das untere Gebäude eingrenzende Zaun und der Zugang über das Hofgelände des katholischen Pfarrhauses in Richtung Kirche wurden geöffnet.

Vor Ort stellte die Feuerwehr ein offenstehendes Fenster fest, durch den sich der Luftzug ereignete. Die Brandbekämpfung erfolgte aus Richtung Löwenstraße und Hauptstraße. Der stark verwinkelte Innenraum des Kindergartens stellte vor allem an die Atemschutzträger hohe Anforderungen. Jeder Atemschutzträger hat neben seinem eigenen Gewicht weitere 36 Kilogramm Ausrüstung zu tragen. Hinzu kommen weitere Hilfsmittel, durch die sich das Gesamtgewicht, die ein Feuerwehrmann tragen muss, durchaus auf bis zu 50 Kilogramm erhöhen kann.

Zwei Kameraden der Feuerwehr warten auf den Einsatzbefehl: "Wasser marsch". Bild: Werner Müller
Zwei Kameraden der Feuerwehr warten auf den Einsatzbefehl: "Wasser marsch". Bild: Werner Müller | Bild: Werner Mueller

Ein überaus wichtiges Ausrüstungsteil ist die seit zwei Monaten vorliegende Wärmebildkamera. Mit diesem Gerät können Menschen in unbeleuchteten, dunklen oder verrauchten Räumen aufgefunden werden. Kameraden der Jugendfeuerwehr wurden zu Darstellern der Rettungsaktionen. Gestützt von Kameraden der Feuerwehr wurden sie einzeln aus dem Gefahrenbereich gebracht.

Für Ortsvorsteher Lutz Strobel war diese Übung die erste, welche er in seinem Dienst erlebte. Seinem Eindruck nach handelt es sich bei der Feuerwehr um eine gut motivierte Truppe. Die Handgriffe sitzen. Die Kommandoebene stimme ebenfalls. Klare verständliche Ansagen werden erteilt. Der Einsatzablauf wird dokumentiert. Jeder Feuerwehrmann wusste, was zu leisten ist und die Feuerwehr ist mit dem Gebäude und den Fahrzeugen gut ausgestattet.

Die neugierigen und interessierten Zuschauer der Hauptübung haben auf dem Kirchenvorplatz Überblick über das Geschehen.
Die neugierigen und interessierten Zuschauer der Hauptübung haben auf dem Kirchenvorplatz Überblick über das Geschehen. | Bild: Werner Mueller