Nach der schrecklichen Bluttat am Sonntag in Hardt ist bei den Menschen der Gemeinde tiefe Betroffenheit zu spüren. Die Katzenzunft Hardt, deren Mitglied die getötete 22-Jährige war, hat den für Donnerstag geplanten Rolletag abgesagt.

  • Tiefe Erschütterung bei Narren: In der Begründung der Narren heißt es, die gesamte Dorfgemeinschaft Hardt sei "tief erschüttert" und es sei der Zunft "einfach nicht möglich, nach so einer unbegreiflichen Tat einfach zur Tagesordnung überzugehen und zu feiern, als ob nichts passiert wäre". Zumal das Opfer lange Zeit im Zunftballett X-Plosion getanzt hatte. Man bedanke sich ausdrücklich beim Förderverein des Athletenvereins Hardt dafür, dass sie diese Entscheidung sofort mitgetragen haben". Auf Facebook äußern sich die User durchweg positiv und zollen der Katzenzunft Respekt für ihre Entscheidung. Hunderte Male wurde der Beitrag am Dienstag unter den Nutzern geteilt.
  • Betroffenheit im Dorf: Auch Hardts Bürgermeister Michael Moosmann hält die Entscheidung für "vollkommen in Ordnung". Er war von der Polizei am Sonntag über die Tat informiert worden und informierte im Anschluss daran die Mitarbeiter der Verwaltung. "Bei den Leuten im Dorf merkt man die Betroffenheit", so Moosmann. Von Wut oder gar einer Schockstarre sei hingegen nichts zu spüren, so der Bürgermeister weiter über die aktuelle Situation in seiner Gemeinde.
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  • Bürgermeister räumt mit Gerücht auf: Ein Gerücht, die Gemeinde habe wegen der Tragödie vom Sonntag die Fahne vor dem Rathaus auf halbmast gesetzt, wie er vielfach gehört habe, sei jedoch falsch, wie der Bürgermeister klarstellt. Die Fahne war wegen des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am Sonntag auf halbmast gesetzt worden.
  • Motiv und Hintergrund unklar: Die Polizei und die Staatsanwaltschaft ermitteln derweil weiter die Hintergründe der Tat, halten sich jedoch zu den Details bedeckt. Nach wie vor sind die Hintergründe für das Geschehen in einem älteren Haus in Hardt und einem Zweifamilienhaus in Tennenbronn nicht vollständig aufgeklärt. Über Motive der 56-Jährigen, den genauen Tatablauf, mögliche Zeugen und Aussagen der Beschuldigten wollte Staatsanwalt Markus Wagner auf eine Anfrage am Dienstag keine Auskunft erteilen.
An diesem Haus in Tennenbronn wurde die 56-Jährige am Sonntag festgenommen, nachdem sie ihren Sohn verletzt hatte.
An diesem Haus in Tennenbronn wurde die 56-Jährige am Sonntag festgenommen, nachdem sie ihren Sohn verletzt hatte. | Bild: Martin Himmelheber
  • Hinweis auf getötete Frau: Nachdem die Polizei am Sonntag in Tennenbronn an den Tatort gerufen worden war, ergab sich der Verdacht, dass die 56-Jährige zuvor in Hardt bei ihrer Tochter gewesen sein könnte. Dort fanden die Beamten dann die getötete junge Frau. Auf Anweisung der Kriminalpolizei haben Feuerwehrleute dann einige Fenster mit Holzplatten verhängt und Planen über eine Hauswand gespannt.
  • Spurensicherung fortgesetzt: Wie berichtet, steht eine 56-jährige Frau unter dringendem Tatverdacht, zuerst ihre 22-jährige Tochter in Hardt erstochen, und dann ihren 25-jährigen Sohn in seiner Wohnung in Tennenbronn schwer verletzt zu haben. Die Frau befindet sich in Untersuchungshaft. Sie hatte sich am Sonntag am zweiten Tatort in Tennenbronn widerstandslos festnehmen lassen. An den beiden Tatorten wird die kriminaltechnische Spurensicherung Tatort fortgesetzt.
  • Gutachten soll Zustand der Frau klären: In einer Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei hieß es zur mutmaßlichen Täterin nach der Tat, dass sie sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden habe. Näher konkretisieren könne man auch diese Aussage derzeit nicht. "In den nächsten Tagen wird sie sich zur Klärung der Schuldfähigkeit einer rechtsmedizinisch-psychologischen Untersuchung unterziehen müssen", heißt es.