„Wir haben mit Thomas Michelfeit zehn erfolgreiche Jahre erlebt“, betonte Markus Blessing, Vorsitzender des Musikvereins Frohsinn Tennenbronn, beim Jahreskonzert in der Festhalle in Tennenbronn. Er habe das Orchester musikalisch sehr geprägt und weiterentwickelt. Nachdem sich der Verein und der ehemalige Dirigent vor der Sommerpause getrennt hatten, wurde nach eingehender Suche mit Volker Braun der Interimsdirigent gefunden, der nach dreieinhalb Monaten die Hauptkapelle zum Jahreskonzert führen konnte. In Musikerkreisen ist Volker Braun kein Unbekannter.

Neue Frau am Taktstock

Die Jugendkapelle Tennenbronn wird seit April durch Helena Maurer geleitet, sie ist Nachfolgerin von Rebekka Ruth. Rund 30 Kinder sind derzeit in der Jugendkapelle Tennenbronn, sie setzt sich aus den beiden Jugendkapellen der Musikvereine Frohsinn und Harmonie zusammen. Ines und Raphael Fleig teilten sich bei der Jugendkapelle die Ansage der Stücke.

Unter der Leitung von Helena Maurer präsentiert sich das Jugendorchester Tennenbronn am Jahreskonzert.
Unter der Leitung von Helena Maurer präsentiert sich das Jugendorchester Tennenbronn am Jahreskonzert. | Bild: Werner Mueller

Als musikalische Leiterin hatte Helena Maurer drei interessante Kompositionen mit dem Nachwuchs einstudiert. Es gelangen spielerische Momente, die bei geschlossenen Augen nicht vermuten ließen, dass hier Jugendliche auf der Bühne standen und musizierten. Quer durch die Register war festzustellen, dass hohe Qualität geboten wurde. Helena Maurer wagte sich auch an neue, konzertante Stücke, die beim Publikum begeisternden Beifall hervorriefen.

Unter der Leitung von Helena Maurer präsentiert sich das Jugendorchester Tennenbronn am Jahreskonzert. Hier der Blick ins Klarinettenregister.
Unter der Leitung von Helena Maurer präsentiert sich das Jugendorchester Tennenbronn am Jahreskonzert. Hier der Blick ins Klarinettenregister. | Bild: Werner Mueller

Gleich zu Beginn zog die Frohsinn-Hauptkapelle alle Register, was in einen fulminanten Auftakt mündete. „Joyride“ wurde von Ekkehard Kaltenbacher als zweites Werk des Komponisten Michael Markowski angekündet. Komponist Markowski nimmt eine Anleihe bei Beethovens 9. Sinfonie und arbeitet Sequenzen daraus in sein Werk ein. Als markante Melodie ist dabei die „Ode an die Freude“ zu erkennen. Hatte der Besucher Muse, um Dirigent Braun bei seiner Tätigkeit zu beobachten, sah er, dass Braun völlig unaufgeregt dirigierte. Oftmals ohne Taktstock. „Da habe ich fünf Finger an jeder Hand, mit denen ich dirigieren kann“, so Volker Braun im Gespräch. „Ich dirigiere oft lieber mit den Händen, damit ist eine gewisse Ruhe zu vermitteln.“

Rundum hochkarätig

Für die Konzertbesucher war es nicht einfach, das „schönste“ Musikstück herauszufinden. Alles, was vom „Frohsinn„ gespielt wurde, war hochkarätig. Dabei war zu erkennen, dass Spielfreude die Momente bestimmte. Mit dem „Divertimento für Flöte“ präsentierte sich Melissa Kaltenbacher in hervorragender Weise als Solistin an der Flöte. Was den Musikverein auszeichnete, war die Bandbreite der musikalischen Werke, die zur Aufführung kommen. Umso erstaunlicher, dass Volker Braun innerhalb kurzer Zeit das Orchester in Hochform gebracht hat.