Mit großer Mehrheit hat der Schramberger Gemeinderat beschlossen, das Freibad in Tennenbronn für etwa 5,2 Millionen Euro zu modernisieren und attraktiver zu gestalten.

Dabei wird die „aktualisierte Variante 9“ Grundlage für die weitere Planung. Diese Variante, so Stadtwerkeleiter Peter Kälble, sei nach der Bürgerbeteiligung und nach Gesprächen zur Landesgartenschaubewerbung entstanden. „Wir haben den touristischen Aspekt verstärkt im Blick gehabt“, so Kälble. Im April seien nämlich neue Förderrichtlinien für ein Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes veröffentlicht worden. Bei Projekten, die einen Zuschuss bekommen sollen, müssten sich die Planer um Barrierefreiheit, Familienfreundlichkeit, den Erholungswert und die Lebensqualität bemühen. Mit einem offenen und barrierefreien Zugang, einem Panoramaweg vom Eingang zu den Becken, sanierten und erweiterten Terrassen und einer behindertengerechten Toilette in Beckennähe erfülle die neue Variante diese Bedingungen wesentlich besser. Hinzu kommen sollen ein Windschutzpavillon, ein für die Badaufsicht günstiger angeordneter Kinderplanschbereich und eine Holzfassade am alten und neuen Technikbereich. Durch diese Maßnahmen sei es sehr viel wahrscheinlicher, dass die Stadt in den Genuss von bis zu 500 000 Euro Zuschuss komme, so Kälble. Außerdem rechnet er mit etwas höheren Besucherzahlen, sodass unter dem Strich die Wirtschaftlichkeit des Bades trotz der höheren Investitionen besser ausfallen werde als beim ursprünglichen Plan, der 4,6 Millionen Euro gekostet hätte. Kälble rechnet damit, dass frühestens nach der Saison 2019 die Bagger anrollen werden. Wenn alles gut gehe, könne 2020 das Freibad wiedereröffnet werden.

Der Gemeinderat hat zugestimmt: Das Freibad Tennenbronn wird für viele Millionen saniert. Bild: Martin Himmelheber
Der Gemeinderat hat zugestimmt: Das Freibad Tennenbronn wird für viele Millionen saniert. Bild: Martin Himmelheber

Ralf Rückert (Freie Liste) sprach von einer „gelungenen Planung“. Der Standort Tennenbronn sei aber nicht zentral. Deshalb sei der ÖPNV wichtig. Jürgen Winter (CDU) erinnerte an den langen Planungsprozess von drei Jahren. Er bedauerte, dass die Kosten immer mehr gestiegen seien. Bei der Vielzahl von Projekten müsse die Stadt aufpassen, dass dabei nicht wieder ähnliches geschehe. CDU-Fraktionssprecher Clemens Maurer sprach von einem langen Prozess und intensiven Diskussionen. Die Kosten bereiteten der CDU Schmerzen, aber das Planungsbüro, das auch das „badschnass“ auf dem Sulgen geplant habe, habe „bewiesen, dass sie es können“.

Tanja Witkowski, Sprecherin von SWPD-Buntspecht, erinnerte daran, dass die ursprüngliche Zahl bei vier bis fünf Millionen Euro gelegen hatte. Die Obergrenze von 3,4 Millionen, die der Rat auf Vorschlag der CDU dann festgesetzt hatte, sei nicht realistisch gewesen. Der jetzige Plan sei zukunftsfähig. Es bleibe zu hoffen, dass es bei den 5,2 Millionen Euro bleibe. Der fraktionslose Gemeinderat Jürgen Reuter meinte, eine Sanierung nur der Wasserhygienebedingungen wäre für 1,5 Millionen Euro zu haben. Bernd Richter, ÖDP, fand die ursprüngliche Planung „war nicht funktional. Die neuen Ideen werden dem Bad mehr Pfiff geben.“