Zwei Mal im Jahr spielt der 24. eines Monats eine besondere Rolle in der katholischen Kirche: einmal natürlich am 24. Dezember mit der Geburt Jesu sowie am 24. Juni mit der Geburt von Johann Baptist, dem Namensgeber der katholischen Kirche in Tennenbronn.

Baptist steht für Täufer. Johannes dem Täufer ist die Tennenbronner Kirche geweiht. Das Namensfest des Kirchenpatrons wird mit einem feierlichen Gottesdienst begangen, dem Patrozinium. Nicht immer fällt der Geburtstag von Johannes auf einen Sonntag, sagt Pfarrer Paul Dieter Auer. Dann wird am darauffolgenden Sonntag die feierliche Messe gehalten. Und im Anschluss wird gefeiert, so wie es die Urchristen nach den Gottesdiensten getan haben.

Es war ein bewegender Moment, als Ute Haas-Wölke den Taktstock erhob und die beiden Kirchenchöre aus Lauterbach und Tennenbronn sowie das Bläserensemble des Musikvereins Frohsinn die „Missa Brevis“ aus der Feder das zeitgenössischen Komponisten Jacob de Haan anstimmten. Das 2003 komponierte Werk für Chor und Blasorchester begann mit dem eindrucksvollen Kyrie, dem nach einer kurzen Pause das Gloria und Credo folgten. Dem Beobachter wurde schnell klar: Ute Haas-Wölke lebt mit dieser Komposition auf. Ja, sie weiß mit geschicktem Dirigat Chor und Bläserensemble einfühlsam zu lenken. Hochkonzentriert waren auch die 59 Sänger und 16 Musiker oben auf der Empore. Wie ein Klangteppich verteilten sich Gesang und orchestrales Wirken im Kirchenraum. Ein weiterer konzertanter Höhepunkt folgte mit dem Sanctus und dem Benedictus, bevor das Agnus Dei den unter die Haut gehenden Schlusspunkt setzte. So mancher im Kirchenraum wischte sich verhalten Tränen aus den Augen. „Ich war überaus ergriffen“, erklärte eine Gottesdienstbesucherin später.

Mit drei Pfarrern wurde in der katholischen Kirche das Hochfest der Kirchengemeinde gefeiert. Mitwirkende am Gottesdienst waren Auers Vorgänger Josef Beke sowie Vendel Nagy aus Ungarn. Sein Wirken in St. Georgen und Tennenbronn war mehr als ein Zeitvertreib. Am heutigen Dienstag reist er zurück nach Ungarn und übernimmt eine Pfarrei mit über 8000 Katholiken als neuer Pfarrer. Die Orgel spielte Rainer Merckle. Die Fürbitten las Franziska Nieter und die Kantorengesänge sang Franziska Storz.

„Die Namensgestaltung ist etwas Besonderes“, betonte Paul Dieter Auer. Auf Deutsch bedeutet Johannes „Gott ist gnädig“.

Als Sohn eines Priesters lernte er Jesus kennen, taufte ihn im Jordan und starb wie Jesu durch Menschenhand. Johannes kündigte in seinen Predigten den Messias an und war auch der einzige, der Jesus kennen lernte.