Tennenbronn – Der Einsatz eines Großaufgebots der Feuerwehr in einem Galvanikbetrieb in der Ortsmitte von Tennenbronn ist glimpflich ausgegangen. Wie berichtet, hatte ein Starkregen den Eichbach über die Ufer treten lassen und neben mehreren Wohnhäusern und Schuppen auch zwei Betriebe in Mitleidenschaft gezogen.

Weil nicht sicher war, ob Wasser im Keller eines Galvanikbetriebs eine chemische Reaktion mit dort möglicherweise gelagertem Material auslösen könnte, hatte der Schramberger Stadtbrandmeister Werner Storz den Gefahrgutzug der Feuerwehr Rottweil und den ABC-Zug der Schramberger Wehr angefordert.

Zuvor hatten Tennenbronner Feuerwehrleute begonnen, aus der benachbarten Firma TSG (Technischer Spritzguss) Wasser zu pumpen. Das Hochwasser sei schlagartig gekommen, so ein Mitarbeiter: „In fünf Minuten war alles voll. Wir haben noch versucht, alles hoch zu bringen.“

Gewusst wie: Mit Säcken voller Kunststoffgranulat bauen die Mitarbeiter im Spritzgussbetrieb eine Barriere gegen das einströmende Wasser.
Gewusst wie: Mit Säcken voller Kunststoffgranulat bauen die Mitarbeiter im Spritzgussbetrieb eine Barriere gegen das einströmende Wasser. | Bild: Martin Himmelheber

Im benachbarten Galvanikbetrieb sind derzeit Betriebsferien. Deshalb hatte die Feuerwehr zunächst Schwierigkeiten, ins Innere der Firma zu gelangen. Gegen 18 Uhr waren die Spezialisten aus Rottweil eingetroffen. Die Mitarbeiter des Spritzgussherstellers mussten den Betrieb zu ihrer Sicherheit verlassen. In Spezialanzügen haben Feuerwehrleute dann im Keller des Galvanikbetriebes Wasserproben entnommen und vor Ort analysiert.

Gegen 19.20 Uhr kam die Entwarnung. Stadtbrandmeister Werner Storz: „Wir haben Glück gehabt, definitiv keine Gefahr.“ Er erläuterte, man sei sicherheitshalber vom schlimmsten denkbaren Fall ausgegangen. Der Eigentümer des Galvanikbetriebs, der im Urlaub sei, sei sehr kooperativ gewesen. Die Messungen des Gefahrgutzuges und des ABC-Zuges hätten ergeben, dass das Wasser im Keller zwar leicht kontaminiert sei, aber nicht gefährlich. Deshalb werden die Mitarbeiter des Betriebes es wie üblich entsorgen.

Noch eine Stunde nach dem Starkregen kommt der Eichbach hier kaum ums Eck.
Noch eine Stunde nach dem Starkregen kommt der Eichbach hier kaum ums Eck. | Bild: Martin Himmelheber

Nachdem Storz auch Oberbürgermeister Thomas Herzog und Ortsvorsteher Lutz Strobel informiert hatte, konnten die Mitarbeiter an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Herzog und Storz kündigten an, das Hochwassergeschehen genauer unter die Lupe nehmen zu wollen. Die Wasserführung des Eichbachs, der in einem rechten Winkel in eine Verdohlung eingeleitet werde, sei problematisch. Auch seien etliche Durchlässe solchen Ereignissen wie am Dienstag wohl nicht gewachsen.