Alfred Moosmann und Günter Buchholz teilten sich den Vortrag „Es werde Licht – wie der elektrische Strom nach Tennenbronn gekommen ist“ aufgrund des umfangreichen Themas.

  • Blick in die Geschichte: Am 12. September 1920 wurde in Tennenbronn der Tag der öffentlichen Stromversorgung mit einem Lichterfest begangen. Der 100. Jahrestag wird in einem neuen Vortrag im Frühjahr 2020 beleuchtet werden, kündigte Alfred Moosmann an. Zur Frage „Wer hat den Strom erfunden?“ gab Alfred Moosmann selbst die Antwort: Niemand. Denn Strom ist ein Naturphänomen, das schon immer da war. Blitze stellen die wohl am längsten bekannte Erscheinungsform von Elektrizität dar. Mit dem griechischen Philosophen Thales von Milet wird die Entdeckung der elektrostatischen Aufladung von Bernstein in Verbindung gebracht. Er entdeckte durch Reibung mit einem Fell an einem Bernstein, dass der Stein danach in der Lage war, Korkschnipsel anzuziehen. Der Bernstein wird in Griechenland als „Elektron“ bezeichnet.
Günter Buchholz und Alfred Moosmann gelingt eine umfassende Information zum Stromanschluss in Tennenbronn. Bild: Werner Müller
Günter Buchholz und Alfred Moosmann gelingt eine umfassende Information zum Stromanschluss in Tennenbronn. | Bild: Werner Mueller
  • Strom geht im Südwesten an: Günter Buchholz berichtete vom ältesten Drehstromkraftwerk Deutschlands Stallegg in der Wutachschlucht, das Strom an die fürstenbergische Brauerei in Donaueschingen lieferte. Auch 87 Straßenlaternen im Ort wurden damit zum Leuchten gebracht. Nach Aussage von Günter Buchholz spielte der Südwesten eine herausragende Rolle. Es entstanden die Wasserkraftwerke Rheinfelden und das Kraftwerk Laufenburg. Triberg war der erste Ort, der 1884 mit einer elektrisch betriebenen Beleuchtung in der Ortsmitte aufwarten konnte. Es entstand die Elektrizitätsgesellschaft Triberg, die heutige EGT. Auch St. Georgen folgte mit dem Stromanschluss.
  • Strom in Tennenbronn: Das Kraftwerk Laufenburg erstellte 1912 eine nach Schramberg führende Hochspannungsleitung. Allerdings ohne die „weitere amtliche Erschließung abzuwarten“ über Katholisch Tennenbronn. Dies blieb nicht ohne Folgen bei den späteren Vertragsverhandlungen. Bereits 1913 fragte das Großherzogliche Badische Bezirksamt Triberg an, ob Tennenbronn mit elektrischem Strom versorgt werden soll. Katholisch Tennenbronn war aber dagegen. Der beginnende Erste Weltkrieg verhinderte den Beginn des Stromvorhabens. Erst nach Kriegsende wurden die Verhandlungen weitergeführt. Der Brigachbote meldete am 19. Dezember 1919 die Verzögerung der Vorarbeiten und spekulierte mit einer Verschiebung der Stromversorgung bis Weihnachten 1920. Willy Dertmann übernahm den Posten des Stromwarts im Dorf. Später entstand nach dem Ablegen der Meisterprüfung vor der Handwerkskammer in Konstanz unter seiner Führung das Elektrogeschäft Dertmann, in dem auch Lehrlinge ausgebildet wurden. Die Hauseigentümer hatten die Anschlüsse selbst zu bezahlen.
  • Erste Spuren im 18. und 19. Jahrhundert: Benjamin Franklin war ein früher Forscher, der nach dem praktischen Nutzen von Naturphänomenen suchte. Er prägte aufgrund seiner Versuche die Begriffe „plus“ und „minus“. 1757 erfand er den Blitzableiter. Alessandro Volta gelang 1800 durch die „Voltaschen Säulen“ die Erfindung der Batterie. Nach ihm wurde die Einheit für elektrische Spannung benannt, Volt. André-Marie Ampère fand um 1820 heraus, wie Ströme auf Magnetnadeln wirken. Er erfand die ersten gewickelten Spulen, die durch fließendem Strom ein Magnetfeld erzeugen. Mit dem Elektromagnetismus wurde der Grundstein zur weiteren Entwicklung der Elektrodynamik gelegt. Die Einheit der elektrischen Stromstärke wurde nach ihm Ampere benannt. Michael Farady und Werner von Siemens waren prägende Erfinder, die der flächendeckenden Verbreitung öffentlicher Stromnetze Vorschub leisteten. Ab 1880 gab es elektrisches Licht in Privathaushalten, nachdem Thomas Alva Edison die Kohlenfadenlampe erfunden hat. Bis das Licht nach Tennenbronn kam, dauerte es aber.