Die Entwicklung der Elternbeiträge für die Kindergärten und Kinderkrippen zum 1. September 2018 standen im Ortschaftsrat zur Abstimmung. So erläutert Kerstin Flaig für den Fachbereich Schulen und Kindertagesstätten die Gründe, weswegen die Anpassung erfolgen soll. Der Ortschaftsrat folgte geschlossen der vorgeschlagenen Abstimmungsvorlage.

Infolge des Tarifabschlusses im Sozial- und Erzieherdienst aus dem Jahr 2015 mit deutlichen Verbesserungen für das Kitapersonal, haben sich 2016 die kommunalen Landesverbände und kirchlichen Trägerverbände im Kindergartenjahr 2017/18 auf eine mögliche Steigerungsrate der Elternbeiträge in Höhe von sechs bis acht Prozent geeinigt. Schramberg orientierte sich am Mittelwert von sieben Prozent. In 2017 wurde nun eine Erhöhung von acht Prozent für das Kindergartenjahr 2017/18 empfohlen. Für die Jahre 2018/19 könne man die bis dato übliche, notwendige Steigerungsrate von drei Prozent fortführen, so die kommunalen Verbände. Dann sagt Flaig, alle Verbände halten an der Einigung fest, in Baden-Württemberg einen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent durch Elternbeteiligung anzustreben.

Für die Regelgruppe Ü3 werden bisher für das erste Kind 120 Euro erhoben, für jedes weitere Kind werden 91, 61 und 20 Euro erhoben. Ab dem 1. September soll für das erste Kind 124 Euro erhoben werden, für weitere Kinder werden 95, 63 und 21 Euro fällig. Für Geringverdiener, deren Kinder in der Ganztagesgruppe Ü3 sind, kann bis zu einem Jahreseinkommen von 13599 Euro auf Antrag finanzielle Hilfe gefordert werden. Es ist erklärtes Ziel, weiterhin unabhängig von der Trägerschaft der Einrichtung einheitliche Gebührensätze im Stadtgebiet zu erheben.

Von Kerstin Flaig erfahren die Ortschaftsräte, dass grundsätzlich die Möglichkeit besteht, einkommensabhängige Gebühren zu erheben. Ob einkommensabhängige Gebühren zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen, wird von der Stadtverwaltung kritisch gesehen. Was dagegen spreche, sind zeitintensive Berechnungen, mögliche Widersprüche und Beschwerden. Dazu wäre die Umstellung sehr aufwendig und mit zusätzlichem Zeitaufwand verbunden. Besserverdienende hätten oftmals durch die Nutzung steuerlicher Gestaltungsspielräume die Möglichkeit, ihr anrechnungsfähiges Einkommen zu mindern. Es sei fraglich, ob letztendlich dadurch eine sozial gerechte Verteilung der finanziellen Belastung erreicht wird, so Kerstin Flaig.