Die eine Kirchengemeinde feiert noch Präsenzgottesdienste, die andere verzichtet lieber. Die Entscheidungen für dieses Vorgehen werden von den Verantwortlichen vor Ort gefällt. Der SÜDKURIER hat mit den beiden Pfarrern in St. Georgen gesprochen. Was ist der Grund, weiterhin Gottesdienste vor Ort zu feiern? Und warum finden wiederrum die anderen, dass man es momentan besser nicht mehr tut?

Aus Vorsicht keine Gottesdienste

In der evangelischen Gemeinde St. Georgen/Tennenbronn wählt man beim Umgang mit der derzeitigen Situation den vorsichtigen Weg. Pfarrer Roland Scharfenberg hält das auch für angebracht. „Man muss sich überlegen, welches Signal man sendet“, sagt er. Während es gehörige Einschränkungen des öffentlichen Lebens gebe, habe auch die Kirche eine Verantwortung.

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Für den Weg, auf Vor-Ort-Gottesdienste zu verzichten, gebe es zumeist großes Verständnis. Aber andererseits auch den Wunsch, dass sich die Lage schon bald wieder anders bewerten lässt. „Ich bin hoffnungsvoll, dass wir ab dem 21. Februar wieder Gottesdienste mit Besuchern feiern können“, sagt der Pfarrer. Das hänge aber vom weiteren Geschehen ab, zeitnah werde man sich innerhalb der Gemeinde dazu absprechen. Das Angebot, den Gottesdienst per Livestream ins Internet zu übertragen werde recht gut angenommen. In der Regeln verzeichne man Klickzahlen zwischen 350 und 500. Wer sich dabei den Gottesdienst wirklich in voller Länge ansieht, oder nur kurz reinschaut, lässt sich dabei nicht nachvollziehen. Und die, die gerne einen Gottesdienst sehen würden, aber keinen Zugang zum Angebot im Internet haben, würden sich häufig mit der Übertragung im Fernsehen behelfen. Nicht die optimale Lösung, aber eben eine Alternative aus der Not heraus.

Gottesdienst mit Hygienekonzept

Für keineswegs unvorsichtig hält Pfarrer Harald Dörflinger den Weg seiner Kirchengemeinde. In der Seelsorgeeinheit St. Georgen/Tennenbronn gibt es weiterhin Gottesdienste mit Besuchern, aber unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts. Dadurch sei die Sicherheit gewährleistet, sagt Dörflinger. Die Besucher müssen unter anderem FFP2-Masken tragen und Abstand halten. „Es gibt ohnehin derzeit weniger Besucher in den Gottesdiensten“, sagt der Pfarrer.

Die Zahl der Gläubigen, die in die Kirche kommt, hätte sich erheblich reduziert. „Es sind derzeit etwa 35 bis 60 Personen pro Gottesdienst“, sagt Dörflinger. Erlaubt wären nach aktuellem Hygienekonzept 120 in der Kirche in St. Georgen, 140 in der in Tennenbronn. Ausgedünnt hat sich auch die reine Zahl der stattfindenden Gottesdienste. Von sonst dreien am Samstagabend und dem Sonntag feiere man derzeit nur noch einen. Und diesen im Wechsel, mal in St. Georgen und mal in Tennenbronn. Zusätzlich biete man auch einen Livestream an. Diese Vorgehensweise habe man vorerst bis zum Palmsonntag beschlossen.

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Für beide Pfarrer hat sich der Alltag, wie wohl für alle Menschen, erheblich verändert. Die Besuche bei Gemeindemitgliedern, beispielsweise zum Geburtstag, sind erschwert. Für Roland Scharfenberg ist beispielsweise auch der Schulunterricht, den er an den Grundschulen in Peterzell und Unterkirnach geben würde, weggefallen. Denn Homeschooling gibt es in den Grundschulen nicht.