Hohe Ozonwerte belasten Herz und Kreislauf, Haut und Haare. Grund genug für die Politik, vor 25 Jahren Grenzen festzulegen und Verkehrsverbote auszusprechen. Seit Juli des Jahres dürfen bei Überschreitung der Grenzwerte von 240 Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft die Bürger die Autos nicht mehr benutzen. Vor 25 Jahren berichtet der SÜKDURIER am 3. August 1995 ausführlich über diese Maßnahme. Die Warnungen und Verbote, die über Rundfunk und Zeitungen verbreitet werden, gelten jeweils 24 Stunden. Aber schon bei einer Ozonbelastung von 180 Mikrogramm werden die Autofahrer gewarnt. Sie sollten möglichst ihr Auto nicht mehr benutzen oder zumindest langsam fahren.

Damit sichtbar wird, wer überhaupt von Verkehrsverboten betroffen ist, gibt das Landratsamt orangefarbene Plaketten aus. So können alle Fahrzeuge mit Sonderrechten, Taxis, Busse im Linienverkehr, Kranken- und Arztwagen sowie Fahrzeuge für Behinderte trotz Verkehrsverbots die Straßen befahren. Ausgenommen sind auch die landwirtschaftlich genutzten Fahrzeuge und Viehtransporter. Auch Pendler können sich für ihre Fahrten zur Arbeitsstelle und zurück eine Plakette holen. Fahrten in den Urlaub mit dem Auto sind nur dann vom Verkehrsverbot ausgenommen, wenn der Urlaubsort auf andere Weise nicht oder nur unzulänglich erreicht werden kann.

Es gibt auch Plaketten für nicht schadstoffarme Autos. Die kosten nach bewilligtem Antrag 20 Mark. Wer seinen Antrag mit öffentlichem Interesse begründet, muss nichts zahlen. Während die Polizei in der Übergangszeit großzügig kontrolliert, werden Überschreitungen danach mit 30 Mark (bei schadstoffarmem Fahrzeug ohne Plakette) geahndet. Wer ein nicht vom Verkehrsverbot ausgenommenes Fahrzeug fährt, zahlt 80 Mark.