Dass draußen dicke Schneeflocken vom Himmel fallen, als ob es tiefster Winter wäre, ist Ruth Bühler egal. Im Gewächshaus der Stadtgärtnerei, wo sie arbeitet, herrschen angenehme 20 Grad. Hier wird bereits fleißig die Frühlings- und Sommerbepflanzung vorbereitet.

Viele Blumen werden selbst gezogen

In Handarbeit setzt Ruth Bühler winzige Keimlinge in kleine Töpfchen. Pikieren heißt diese Sisyphusarbeit, die Ruth Bühler mit Geduld und Akribie ausübt. Jahr für Jahr. „Tagetes, Salvien, Verbenen und viele andere, die ziehen wir alle selbst“, erklärt sie, während sie Keimling für Keimling in ein kleines Töpfchen setzt. Noch sind es nur winzige grüne Blättchen.

Das Pikieren der Keimlinge ist eine Heidenarbeit. Stadtgärtnerin Ruth Bühler geht mit großer Sorgfalt vor.
Das Pikieren der Keimlinge ist eine Heidenarbeit. Stadtgärtnerin Ruth Bühler geht mit großer Sorgfalt vor. | Bild: Sprich, Roland

Vorfreude auf Farbenvielfalt

In einigen Wochen wird in dem Gewächshaus eine Farbenvielfalt zu sehen sein. „Mir gefällt die Vielfalt“, sagt die Stadtgärtnerin, die maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass es vom Frühjahr bis in den Herbst hinein in der Bergstadt bunt zugeht. An zahlreichen Grünflächen ist das Ergebnis dann von den Bürgern zu bewundern. Und das tun sie auch. Kaum eine andere kommunale Arbeit wird von den Bürgern so wahrgenommen und positiv kommentiert. „Das Lob freut uns und motiviert uns natürlich jedes Jahr neu“, sagt Bühler.

Drei Wochen Arbeit für Neubepflanzungen

Damit es an den öffentlichen Plätzen schön blüht, hat das Team der Stadtgärtnerei viel Arbeit. Im Herbst werden die Blumenzwiebeln für die Frühjahrsblumen gesetzt. Im Frühjahr werden die verblühten Blumen abgeräumt und gegen den Sommerflor ausgetauscht. Damit sind die Mitarbeiter schon mal bis zu drei Wochen beschäftigt. Eine willkommene Abwechslung auch für Ruth Bühler, die sonst „drei Viertel der Arbeit im Gewächshaus erledigt“, wie sie sagt.

Pflanzen, wohin man schaut. Die Gewächshäuser des Bauhofs sind voll mit jungen Pflänzchen.
Pflanzen, wohin man schaut. Die Gewächshäuser des Bauhofs sind voll mit jungen Pflänzchen. | Bild: Sprich, Roland

Zu früh zu warm – das ist nicht gut

Während es im vorderen Teil des Gewächshauses angenehme 20 Grad hat, sinkt die Temperatur in den anderen beiden Gewächshausabschnitten auf 16 und 15 Grad. Dort warten derzeit unter anderem Knollenbegonien und Geranien auf ihren Einsatz. Die stammen nicht aus eigenem Anbau, sondern werden zugekauft. „Da muss man aufpassen, dass es nicht zu warm wird, ansonsten schießen die Knospen, und das wäre jetzt viel zu früh.“ Deshalb war das frühlingshafte Wetter im März problematisch, was die Entwicklung der Pflanzen betraf.

Bauhofleiter-Stellvertreter Jürgen Hermann und Mitarbeiter Jürgen Oehl laden den frisch eingetroffnen Flieder ab.
Bauhofleiter-Stellvertreter Jürgen Hermann und Mitarbeiter Jürgen Oehl laden den frisch eingetroffnen Flieder ab. | Bild: Sprich, Roland

Noch mehr Blumenwiesen

Wie viele tausend Pflanzen die Stadtgärtnerei jedes Jahr ausbringt, kann Ruth Bühler nicht sagen. „Aber es sind schon sehr viele. Wir haben ja nicht nur die innerstädtischen Grünflächen, sondern bedienen ja auch die Ortsteile.“ Auch hier fallen die bepflanzten Verkehrsinseln und Grünflächen positiv auf. Ein besonderes Farbenspiel sind zudem die Blumenwiesen, die immer mal an anderen Stellen eingesät werden. „Davon werden wir in diesem Jahr noch mehr machen“, verrät sie.

Wenngleich die Blumen jetzt herangezogen, gehegt und gepflegt werden – bis sie an die frische Luft dürfen, dauert es noch. „Vor Ende Mai brauchen wir die gar nicht auszupflanzen, bis dahin besteht immer noch nachts Frostgefahr“, weiß Bühler aus langjähriger Erfahrung.