In St. Georgen gibt es mehr als 100 Vereine aus dem sportlichen, kulturellen und musischen Bereich, die seit Beginn der Corona-Pandemie ihre Vereinsaktivitäten auf Eis legen müssen. Wie halten die Vereine in dieser Zeit ihre Mitglieder bei der Stange, so dass diese ihrem Verein nicht den Rücken kehren? Und wie geht es den Vereinen finanziell, wenn Einnahmen aus Veranstaltungen fehlen?

In einer losen Serie stellen wir verschiedene Vereine vor, wie sie mit der Situation umgehen und wie sie auch in der Zeit, in der persönliche Zusammenkünfte nicht möglich sind, mit kleinen Aktionen Kontakt zu ihren Mitgliedern halten. Heute: Der Fußballverein FV/DJK St. Georgen.

Insgesamt einfach ein schwieriges Jahr

Kein Training, keine Spiele, keine Hallenturniere. Für Sportvereine wie den Fußballverein FV/DJK war das vergangene Jahr eine große Herausforderung. „In der Gesamtbetrachtung würde ich sagen, es war ein ziemlich schwieriges Jahr mit jeder Menge Änderungen und Überraschungen, welche teilweise sehr kurzfristig kamen und schwer vorhersehbar waren“, so FV/DJK-Vorsitzender Michael Uthe-Grissinger.

Gut besuchte Stadtfeste brachten dem FV/DJK – so wie auch anderen Vereinen – in früheren Jahren wichtige Erlöse für die Vereinskasse. Jetzt fehlt dieses Geld.
Gut besuchte Stadtfeste brachten dem FV/DJK – so wie auch anderen Vereinen – in früheren Jahren wichtige Erlöse für die Vereinskasse. Jetzt fehlt dieses Geld. | Bild: Sprich, Roland

Nachdem das Vereinsleben mit dem ersten Lockdown Ende März quasi eingestellt und die Saison 2019/20 vom südbadischen Fussballverband im Erwachsenen- und Jugendbereich abgebrochen wurde, konnte der Trainings- und Spielbetrieb nach der Sommerpause unter Auflagen wieder aufgenommen werden.

Viel Hirnschmalz für Hygienekonzepte

Es musste ein Hygienekonzept für den Trainingsbetrieb sowie die Heimspiele erstellt werden. „Da haben wir viel Zeit und Hirnschmalz investiert, da es fast wöchentlich Änderungen der Vorgaben gab, beziehungsweise manche Vorgaben nicht klar ersichtlich waren“, so der Vorsitzende.

Deutlich mehr Aufwand

Für die Heimspiele erhöhte sich der personelle Aufwand, da Erfassungsbögen der Zuschauer zu führen und Zonenregelungen, damit sich die Spieler nicht mit den Zuschauern auf dem Sportplatz vermischen, einzurichten und zu überwachen waren.

Zum Glück kein Corona-Fall

Doch der Spielbetrieb lief nicht rund. Immer wieder kam es zu kurzfristigen Absagen von Spielen, wenn sich Spieler oder Betreuer, von eigener oder der gegnerischen Seite, bis zur Abklärung einer möglichen Corona-Infektion in Quarantäne begeben mussten. „Zum Glück gab es bei uns im Verein – soweit mir bekannt ist – keinen positiven Corona-Fall“, so Uthe-Grissinger.

Nachdem der Spielbetrieb im Oktober erneut eingestellt werden musste, blieb den Kickern nur, sich individuell und gemäß den Corona-Regeln selbst fit zu halten. „Ein Onlinetraining oder ähnliches haben wir nicht durchgeführt.“

Vereinsleben weitgehend stillgelegt

Noch schwieriger als der Spielbetrieb gestaltete sich das normale Vereinsleben. Sitzungen und Besprechungen konnten aufgrund verschärfter Vorgaben kaum noch abgehalten werden. Drängende Angelegenheiten wurden telefonisch oder per Mail besprochen. Alles andere, darunter auch die Hauptversammlung, wurde nach hinten verschoben.

Mitglieder halten die Treue

Wie der Fußballvereinschef sagt, konnte er bislang keine Veränderungen der Mitgliederzahlen zu den Vorjahren feststellen. Was bedeutet, dass die Mitglieder ihrem Verein auch und gerade in dieser Zeit die Treue halten.

Das könnte Sie auch interessieren

Finanziell kann der FV/DJK die derzeitige Situation aktuell noch gut bewerkstelligen, auch wenn wichtige Einnahmequellen wie Teilnahme am Stadtfest oder die Ausrichtung des Dreikönig-Hallenturniers weggefallen sind. „Da wir als Verein kaum Angestellte haben, halten sich die Ausgaben in Grenzen, so dass wir bis jetzt relativ gut haushalten können. Wir haben das Glück, dass bei uns sehr viel im klassischen Ehrenamt geleistet wird“, so Uthe-Grissinger. Auch die Sponsoren, die den Verein über Bandenwerbung im Stadion oder anderweitig unterstützen, halten dem Verein bislang die Treue.

Hoffen auf baldige Klarheit

Eindeutig fällt die Botschaft von Uthe-Grissinger, Geschäftsführer Jürgen Götz und Jugendleiter Udo Jung aus: „Für unseren ganzen Verein ist die Gesamtsituation sehr unbefriedigend, weil wir nicht in eine Glaskugel schauen können. Wir wünschen uns baldige Klarheit und Planbarkeit wie und wann es mit dem Vereinsleben weitergeht.“