„Bereits bei der geplanten Aussaat der Blumenwiesen machte das Wetter Probleme“, erinnert sich der stellvertretende Bauhofleiter Jürgen Hermann, der auch für die Stadtgärtnerei zuständig ist. Rund ein Hektar solcher Insektenparadiese gibt es in der Stadt. Anfang bis Mitte April wollten er und sein Team das Saatgut dafür ausbringen. Doch die Böden waren so nass, dass sie nicht mit Maschinen befahren werden konnten. Im Mai waren dann die Nächte viel zu kalt, sodass die Aussaat letztlich erst Ende Mai möglich war.

Insekten brauchen Geduld

Entsprechend spät erblühten die bunten Insektenparadiese. Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr mehrjähriges Saatgut verwendet. Das spart der Stadtgärtnerei einigen Aufwand, denn die Blumenwiesen müssen nur noch einmal im Jahr, im Herbst, abgemäht werden. Die Arbeitsgänge im Frühjahr fallen künftig weg.

Die St. Georgener Insektenparadiese blühen in diesem Sommer deutlich später und spärlicher als in den Vorjahren.
Die St. Georgener Insektenparadiese blühen in diesem Sommer deutlich später und spärlicher als in den Vorjahren. | Bild: Cornelia Putschbach

Auch die weitere Sommerbepflanzung leidet in diesem Jahr unter dem Wetter. „Geranien, Margeriten und Begonien – Alle brauchen die Sonne“, sagt Jürgen Hermann und fügt an: „Wenn zwei Wochen lang die Sonne kaum hinter den Wolken vorkommt, hat nicht einmal unsere Frau mit dem grünen Daumen, Gärtnerin Ruth Bühler, eine Chance.“

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Die Arbeit mit der Sommerpflanzung beginnt bereits früh im Jahr. In der Stadtgärtnerei werden die Pflanzen großgezogen und dann ausgepflanzt. „Das ist nicht befriedigend, wenn sie nachher nach nichts aussehen“, bedauert Jürgen Hermann leicht frustriert.

Zumindest das Unkraut gedeiht

Nicht nur, dass die Blumen in diesem Jahr einen schweren Stand haben. „Alles andere, wie Wiesen und Unkraut wächst wie verrückt, macht deutlich mehr Arbeit, aber sieht eben nicht so schön aus“, stellt Jürgen Hermann fest.

Das Putzen des Rasenmähers der Stadt St. Georgen ist für Bauhofmitarbeiter Dominik Joos in diesem Jahr wesentlich häufiger notwendig als sonst. Aufgrund der vielen Feuchtigkeit müssen die Grasflächen öfter gemäht werden.
Das Putzen des Rasenmähers der Stadt St. Georgen ist für Bauhofmitarbeiter Dominik Joos in diesem Jahr wesentlich häufiger notwendig als sonst. Aufgrund der vielen Feuchtigkeit müssen die Grasflächen öfter gemäht werden. | Bild: Cornelia Putschbach

In anderen Jahren seien Bauhofmitarbeiter im Sommer fast täglich zum Gießen unterwegs, auch samstags und sonntags. In diesem Jahr sei zumindest das nicht notwendig gewesen, sieht Jürgen Hermann das Positive und kündigt an: „Wir haben ein super Team und nächstes Jahr versuchen wir eben aufs Neue die Stadt zum Blühen zu bringen.“