Alles hatte im Jahr 1989 mit fünf Mitarbeitern in einer Garage in Schwenningen begonnen. Heute beschäftigt Alpro Medical im Hagenmoos 90 Mitarbeiter, stellt über 100 Produkte her und erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von mehr als 16 Millionen Euro. Das Corona-Jahr 2020 hat bei dem Unternehmen, das unter anderem Desinfektionsmittel herstellt, für eine verstärkte Nachfrage in diesem Bereich gesorgt.

Das könnte Sie auch interessieren

„Mittel zur Desinfektion der Hände hatten wir schon immer im Portfolio – und plötzlich waren diese Produkte in der Pandemie Kernprodukte“, sagen Alfred Hogeback, Gründer und Geschäftsführer, und Markus Klumpp, der zweite Geschäftsführer. Beide sind aber sicher, dass die Nachfrage auf relativ hohem Niveau bleiben wird. Weil das Bewusstsein für Hygiene und auch die Auflagen gestiegen seien. Hogeback sieht sein Unternehmen unter anderem deshalb auf einem guten Weg. „Die Frage, ob wir wachsen, stellt sich eigentlich nicht“, sagt er. Er ergänzt: „Davon gehen wir fest aus.“

Platz für 30 weitere Mitarbeiter

Die Voraussetzungen für weiteres Wachstum in der Zukunft werden derzeit geschaffen. Es entsteht ein Anbau, der Platz für weitere 30 Mitarbeiter bietet. Hauptsächlich für den administrativen Bereich. Doch bevor sie angestellt werden, sollen in einem zweiten Schritt auch die Produktionskapazitäten ausgebaut werden. „Wir haben ein benachbartes Grundstück gekauft und können uns dort weiterentwickeln“, sagt Markus Klumpp, der zweite Geschäftsführer des Unternehmens.

Alfred Hogeback und Markus Klumpp, die Geschäftsführer von Alpro Medical.
Alfred Hogeback und Markus Klumpp, die Geschäftsführer von Alpro Medical. | Bild: Alpro Medical

Alpro entwickelt und produziert in Peterzell Hygiene-, Reinigungs- und Desinfektionsmittel – sowie adaptierbare Geräte für Zahnmedizin, Allgemeinmedizin und Labore. 1995 hatte Alpro den Standort in Villingen-Schwenningen aufgegeben und den Neubau bezogen, in dem sich das Unternehmen heute befindet. Schon im Jahr 2000 und 2007 gab es Erweiterungen. Das Potenzial der bisherigen Fläche somit nahezu ausgereizt. „Wenn wir das benachbarte Grundstück nicht bekommen hätten, dann hätten wir uns Gedanken über einen Wegzug machen müssen“, so erzählt Alfred Hogeback. Jetzt, da dieses Problem beiseite geschafft wurde, gebe es die Notwendigkeit, sich darüber Gedanken zu machen, nicht mehr.

Die Corona-Krise hatte im vergangenen Jahr dafür gesorgt, dass der Absatz stieg und die Rohstoffe wurden knapp. Das hatte weitreichende Folgen: „Die Rohstoffpreise sind teils explodiert“, sagt Markus Klumpp. „Isopropanol hat zeitweise das Achtfache gekostet“, erzählt er über einen der Grundbestandteile einiger Desinfektionsmittel. Trotzdem habe man die Kosten nur zu einem kleinen Teil an die Kunden weitergegeben und sich nicht an der Situation bereichert. Die Marge ist nicht gestiegen sondern gesunken, während der Umsatz stieg“, so Markus Klumpp. Langfristig aber, so sagt er, sei das die besser Alternative für das Unternehmen. Denn hätte man sich an der Situation bereichert und die Versorgungsengpässen ausgenutzt, hätten das auch die Kunden registriert.

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt, da die Nachfrage durch die Corona-Krise zwar immer noch stark ist, sich aber eingependelt hat, plagt das Unternehmen aber erneut die schlechte Rohstoffversorgung – allerdings in einem ganz anderen Bereich – dem Bausektor. Denn die große Nachfrage unter anderem nach Holz und Stahl bereitet Probleme und könnte für Kostensprünge sorgen. „Es ist nicht gerade die beste Zeit, um zu bauen“, sagt Markus Klumpp. „Viele der Handwerker können ihr Angebot nicht mehr halten“, sagt er. „Wir wollten eigentlich noch in diesem Jahr einziehen, jetzt wird es eher das Frühjahr 2022 werden“, sagt Alfred Hogeback.