Werner Müllerst-georgen@suedkurier.de

Die Lokalschau vom Geflügelzuchtverein St. Georgen und Umgebung hat unter Züchtern einen guten Ruf. Diese auch deswegen, weil in der Mehrzweckhalle in Peterzell auch einige schmucke, selbstgebaute Volieren zu sehen sind. Die meist im Schwarzwaldhausstil erbauten Wohnungen für die verschiedensten Vögel werden von den Besuchern immer wieder bestaunt.

Einen Wermutstropfen hatten die Züchter bei ihrer jüngsten Schau allerdings zu verkraften: Es durften auf behördliches Geheiß keine Wasservögel ausgestellt werden.

Die Tauben der Rasse Marmorstaren von Fritz Haas erreichten in der Wertung die Note vorzüglich als bestes Paar.
Die Tauben der Rasse Marmorstaren von Fritz Haas erreichten in der Wertung die Note vorzüglich als bestes Paar. | Bild: Werner Müller

„Dass das so ist, bedaure ich sehr. Da haben die Züchter ein Jahr lang auf die Ausstellung hingearbeitet und dann darf das Wassergeflügel nicht ausgestellt werden“, sagte dazu Leo Nock. Nock stellt als Züchter seit vielen Jahren bei der Lokalschau aus. Er war mit verschiedenen Tieren in Peterzell vertreten.

Im Bann der bunten Federn: Gut besucht ist die Geflügelausstellung in der Peterzeller Mehrzweckhalle.
Im Bann der bunten Federn: Gut besucht ist die Geflügelausstellung in der Peterzeller Mehrzweckhalle. | Bild: Werner Müller

Im Gespräch erinnerte er sich: „Als Kind wollte ich immer gerne ausstellen, durfte aber nie mithelfen.“ Er habe sich dann gedacht, dass dies anders werden solle.

Heute ist es tatsächlich anders: „Wir haben Junge hinten dran, die helfen gut mit.“ Die Kinder der Züchter packen ebenfalls mit an, so Leo Nock. Doch nicht überall sieht es so positiv aus. „Es haben schon viele Züchter aufgehört und etliche Vereine haben sich aufgelöst.“

Patrick Hettich stellt die Deutsche Pute an der Lokalschau aus. Das Tier wird mit 95 Punkten bewertet.
Patrick Hettich stellt die Deutsche Pute an der Lokalschau aus. Das Tier wird mit 95 Punkten bewertet. | Bild: Werner Müller

Überhaupt hat Familie Nock ein gutes Händchen bei der Geflügelzucht. Bruder Berthold ist Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins. Auch er vermisst das Wassergeflügel. In der Vorwoche, bei der Kreisgeflügelschau in Tennenbronn, war bereits bekannt geworden, dass der Landkreis Schwarzwald-Baar ein Ausstellungsverbot ausgesprochen habe, sagte der Vorsitzende. „Tennenbronn gehört zum Landkreis Rottweil und dort ist, anders als im Schwarzwald-Baar-Kreis, die Vogelgrippe noch nicht ausgebrochen.“

Ein kleines Schmankerl hatten die St. Georgener Geflügelzüchter für die Kinder anzubieten: Die jungen Besucher konnten selbst einen Vogelkasten zusammenbauen. Ein Mitglied hatte Seitenwände und Dächer vorbereitet. Selbst für die Nägel waren Bohrungen vorhanden.

Schon im Hallenvorraum erwartete die Besucher Gegacker. Dazu stand eine Miniaturmühle mit einem sich drehenden Mühlrad vor dem Halleneingang. Um den Kindern die Scheu vor den gefiederten Tieren und den Geißen zu nehmen, war ein umzäunter Platz vorhanden, wo sie sich mit den Tieren beschäftigen konnten.

Marlon umarmt eine junge Ziege, die zuvor recht lebhaft versucht, sich aus der Umarmung zu lösen.
Marlon umarmt eine junge Ziege, die zuvor recht lebhaft versucht, sich aus der Umarmung zu lösen. | Bild: Werner Müller

An der Geflügelausstellung haben sich 20 Aussteller beteiligt. Zu sehen waren 230 Tiere, gab Berthold Nock an der Siegerehrung bekannt. Die Preisrichter vergaben neunmal die Wertung vorzüglich und 16 Mal die Wertung hervorragend.

Vereinsmeister bei den Hühnern wurde Berthold Nock, weiter Michael Nock. Vereinsmeister Tauben ist Benno Schneider, Zweiter Michael Nock. Jugendmeister Hühner ist Jonas Kammerer, gefolgt von Ben Hippach. Jugendmeister Tauben ist Tamino Schnaidt, Champion der Schau Berthold Nock mit Perlhühnern azurblau. Die besten Stämme bei den Hühner hatten Berthold Nock, Michael Nock und Michael Krämer. Die besten Taubenpaare hatten Fritz Haas, Manuela Schnaidt und Benno Schneider, der gleichzeitig das beste Zwerggeflügel zeigen konnte. Den Sonderpreis für Hühner erhielt Hannes Kieninger.