Viele Patienten gehen derzeit nicht zum Arzt. Zu groß ist ihre Sorge, sich in der Arztpraxis oder im Klinikum mit dem Coronavirus anstecken zu können. Was aber, wenn eine bevorstehende Operation von Seiten der Klinik aufgrund von Corona abgesagt wird? Wie gehen Patienten mit der Situation um, vor allem, wenn es um einen Eingriff wegen einer gesundheitlich bedrohlichen Situation geht?

Eigentlich hätte Stefan Plaaß Mitte April einen Termin in einer Herzklinik in Bad Krozingen gehabt. Aufgrund seiner Herzrhythmusstörungen sollte bei ihm eine Katheter-Ablation durchgeführt werden, um krankhaft verändertes Herzgewebe zu veröden.

Plaaß hatte vor zwei Jahren einen Herzinfarkt. „Es ging mir gesundheitlich immer schlechter. Ich verspürte beim Laufen immer stärker werdende Luftnot“, beschreibt Stefan Plaaß das Gefühl, das ihn immer stärker einschränkte und er deshalb von seinem Kardiologen die dringende Empfehlung für diesen Eingriff bekam.

Erst Absage, dann doch Operation

Wenige Tage vor dem geplanten OP-Termin kam die Absage. „Eine Mitarbeiterin der Klinik teilte mir am Telefon mit, dass der Termin wegen der Coronasituation auf unbestimmte Zeit verschoben sei, weil die Klinik mehrere Patienten mit dem Coronavirus in stationärer Behandlung hätte.“ Diese Nachricht stürzte Stefan Plaaß kurzzeitig in Panik.

Was, wenn sich sein Gesundheitszustand weiter verschlechterte? Er besprach die Nachricht mit seinem behandelnden Arzt. Wenige Tage später dann der erlösende Anruf aus Bad Krozingen. „Da hieß es dann plötzlich, ich bekäme nun doch einen Termin“, erinnert sich Stefan Plaaß an das Telefonat. Die Nachricht, dass die Operation nun doch vollzogen werden sollte, habe ihn sehr erleichtert, sagt er.

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Die Sorge um seinen akuten Gesundheitszustand überwog letztlich auch alle Bedenken einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus. Diese erwies sich auch als völlig unbegründet, wie Stefan Plaaß feststellen musste. „Das Klinikum hat strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt.“ Ankommende Patienten bekamen im Eingangsbereich sofort eine neue Mund- und Nasenmaske ausgehändigt, sie mussten die Hände desinfizieren und einen Corona-Fragebogen ausfüllen. „Erst danach fand die eigentliche Aufnahme statt.“

Besser keine Termine absagen

Gute drei Wochen ist der Eingriff jetzt her und Stefan Plaaß‘s Gesundheitszustand hat sich bereits deutlich verbessert. Mit seinen Schilderungen möchte er einerseits aufzeigen, welche psychische Belastung ein abgesagter Krankenhaustermin bei einem Patienten auslösen kann. Aber auch, dass man nur aus Angst vor einer möglichen Infektion keine Arzt- oder planbaren Krankenhaus- beziehungsweise Operationstermine absagen sollte.

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