Die Schulen bleiben weiterhin geöffnet. Das hatte zuletzt Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann nochmals bekräftigt. Ein kritischer Punkt war dabei, auch aus Sicht der St. Georgener Schulleiter, die Situation in den Schulbussen. Dort sitzen Schüler oft dicht gedrängt. Zwar mit Maske, aber ohne Abstand. Besonders dann, wenn die Temperaturen wieder sinken und mehr Schüler auf den Nahverkehr umsteigen.

An der Situation in den Bussen haben die St. Georgener Verwaltung und das Landratsamt Schwarzwald-Baar in den letzten Wochen gearbeitet. Markus Esterle, Leiter der Bürgerdienste und in St. Georgen für die Schulen verantwortlich, sagt: „Wir standen an den Bushaltestellen und haben Schüler gezählt.“ Die Anzahl Schüler pro Bus war in mehreren Fällen zu hoch, weswegen es nun Entlastung gibt. Darüber, dass das nun geschehe, sei er froh, wie Esterle sagt.

Diese Entlastung koordiniert nun wiederum das Landratsamt. Heike Frank, Pressesprecherin, sagt auf eine Anfrage des SÜDKURIER: „Aktuell sind zwei Verstärkerbusse im Einsatz, die aufgrund der Corona-Pandemie eingesetzt werden.“ Zum einen fahre ein zusätzlicher Bus von Oberkirnach (Linie 7266) über Peterzell (Linie 7265) an das Bildungszentrum. Ankunft dort ist um 7.27 Uhr. Der zweite coronabedingte Verstärkerbus fährt von Tennenbronn Dorfplatz (Linie 55) an das Bildungszentrum. Ankunft dort ist um 7.28 Uhr.

Mindestens zwei Mal zählen

Grundlage seien die Fördergrundsätze für die Schülerzusatzverkehre des Verkehrsministeriums vom 23. Oktober, so Heike Frank. Sie sagt: „Danach ist nachzuweisen, dass die Auslastung des regulären Fahrtenangebots von 100 Prozent der Sitzplätze auf einer angebotenen Fahrt wiederkehrend überschritten ist.“ Der Nachweis sei durch mindestens zweimalige aktuelle Zählungen zu erbringen.

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Kommen Niederflurbusse zum Einsatz, muss nachgewiesen werden, dass die Auslastung des regulären Fahrtenangebots von 100 Prozent der Sitzplätze und 20 Prozent der zulässigen Stehplätze des jeweiligen Fahrzeugs auf einer angebotenen Fahrt wiederkehrend überschritten ist.

Zunächst bis Jahresende

Die zusätzlich bestellten Busse werden laut der Auskunft aus dem Landratsamt grundsätzlich nur so lange im Einsatz sein, wie auch das Förderprogramm des Landes besteht. Derzeit gilt das Förderprogramm bis Ende 2020.

Nagelprobe steht noch bevor

Ralf Heinrich, Rektor des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums (TSG) sagt, dass die Anzahl der Verstärkerbusse momentan ausreichend sei. Er sagt aber auch, dass sich das witterungsbedingt bald ändern könnte. Aktuell seien viele Schüler noch mit den Eltern oder dem Fahrrad unterwegs. „Die Nagelprobe steht noch bevor“, so Heinrich. Grundsätzlich sei er aber froh, dass das Thema Schulbusse nun auf die Agenda gekommen sei. „Wir sind seit 20 Jahren an dem Thema dran“, sagt der Rektor über die Situation, die schon vor der Pandemie oft nicht zufriedenstellend war. Eine Verlängerung des Einsatzes der Verstärkerbusse wäre über das Jahresende hinaus sinnvoll, so der TSG-Rektor.

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