Für Manuela Weichert waren die vergangenen Wochen nicht einfach. Denn die alleinerziehende Mutter von Drillingen war durch die Corona-Krise vor große Herausforderungen gestellt. In einem SÜDKURIER-Artikel berichtete sie von dieser schweren Zeit und ihren finanziellen Problemen, die mit der coronabedingten Schulschließung einhergingen. Denn obwohl sie in Ausbildung ist, habe sie freiwillig in Kurzarbeit gehen müssen und habe dadurch weniger Geld gehabt.

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Ein anonymer Brief erreicht die Redaktion

Daraufhin erreichte die Redaktion der Brief eines Lesers. Darin: Ein Schreiben an „die alleinerziehende Mutter mit Drillingen“ und 130 Euro. Unterzeichnet ist der Brief nicht. Der Absender bleibt anonym. Nur so viel gab er Preis: Obwohl er selbst mit 54 Jahren alleinstehend und arbeitslos sei und deshalb selbst nicht viel Geld habe, wolle er Weichert etwas davon abgeben. Denn er bewundere es, wie gut sie diese Krise meistere und den Mut nicht verliere.

Denn, auch wenn hinter Weichert und ihren Kindern eine schwere Zeit liegt, haben sie doch einen Weg gefunden, die positiven Erlebnisse eines jeden Tages in den Fokus zu rücken: Das sogenannte Glücksglas mit Zetteln, auf denen die schönsten Dinge eines Tages festgehalten werden.

Weichert hofft auf eine Kontaktaufnahme

Doch zurück zum Brief: Als Weichert den Brief öffnet, weiß sie nicht, was sie erwartet. „Ich hoffe, es steht nichts Negatives drin“, sagt sie, während sie den Umschlag langsam und bedächtig öffnet. Als sie das Geld sieht, schnappt sie kurz nach Luft, legt es dann zur Seite, um die Zeilen des Schreibers zu lesen.

„Ich bin berührt“, sagt sie, als sie den Brief zu Ende gelesen hat. Schade findet sie es, dass nicht mit Namen unterzeichnet wurde. „Gerne würde ich mich mit dem Absender einmal auf einen Kaffee treffen, um mich persönlich zu bedanken“, sagt sie. Sie hofft, dass dieser Artikel zu einer Kontaktaufnahme führt.

Dafür soll das Geld verwendet werden

Eine Verwendung für das Geld wisse Weichert schon. Denn bald hätten die Drillinge Geburtstag und dafür wolle sie einen Teil des Geschenks verwenden.

Auch die Kinder sollen jeweils einen Anteil davon für ihr Sparkässchen abbekommen. „Der ein oder andere wird sich davon wahrscheinlich Eis kaufen“, mutmaßt sie lächelnd. Da die Kinder gemeinsam mit dem Opa derzeit auch einen Bollerwagen bauen würden, fließe auch in dieses Projekt etwas Geld.

Während das Glücksglas einen Beitrag dazu geleistet hat, dass Weichert in der Krise nicht verzagte, sollen auch jetzt noch die schönsten Erinnerungen darin bewahrt werden. Der Brief des Spenders soll dort nun ebenfalls seinen Platz finden, so Weichert.

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