Die Corona-Verordnung regelt die Schulschließungen bis ins Detail und lässt in manchen Fällen eine Lücke. Etwa für Abschlussschüler und auch für angebotene Notbetreuung. Eine Ausnahme gibt es auch für die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), die weiterhin im Präsenzunterricht arbeiten. Allerdings nur bei bestimmten Förderschwerpunkten.

Das ist auch der Grund, warum das SBBZ in St. Georgen derzeit nicht öffnen darf. „Diese Regelung gilt nicht beim Förderschwerpunkt Lernen“, sagt Rektorin Gudrun Burgmaier-Fehrenbach. Und diesen erfüllt man in der Bergstadt. Sonderregeln gelten nur mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung.

Verständnis bei Infektionslage

Das kann Gudrun Burgmaier-Fehrenbach aufgrund der Infektionslage verstehen, trotzdem stellt das für ihre Schule eine besondere Herausforderung dar. „Unsere Schüler brauchen mehr als andere Kontakt und Beziehungen.“ Das mache die Situation derzeit so schwierig. Besonders in der Grundstufe, also den Klassen 1 bis 4, wäre ein Präsenzunterricht aus ihrer Sicht verantwortbar gewesen. Man hätte die Schüler in kleine Gruppen einteilen können. Aber klar ist, dass man das abwägen muss – Gesundheit sei schließlich auch ein Gut.

Fernunterricht nicht ganz einfach

„Auch Fernunterricht ist für uns nicht ganz einfach“, sagt die Rektorin. Man fahre, so führt sie aus, deshalb individuelle Wege mit den Schülern. So, dass es ihren Bedürfnissen gerecht wird. So gut es eben in der Notlage geht. Das sei machbar, weil die Situation bei knapp 60 Schülern noch gut überschaubar sei. Um diese kümmern sich vorwiegend elf Lehrkräfte.

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Das SBBZ bietet deshalb auch die volle Bandbreite an: Abholen von Material, Zusendung per Post, Gespräche per Telefon und Fernunterricht über das Internet. „Zum Fernunterricht sind die Rückmeldungen, dass manches schon besser läuft als im Frühjahr“, so die Rektorin. Trotzdem sei es aber nicht immer ganz einfach, weil das Netz noch nicht das beste ist. „Ich fahre für Videokonferenzen immer nach Hause, weil ich dort eine Glasfaserleitung habe“, so erzählt Rektorin Gudrun Burgmaier-Fehrenbach.

Schnee macht auch Probleme

In den Räumen der Schule selbst könne man auch eine Konferenz abhalten, aber eben nur mit Abstrichen. Bald soll sich aber zumindest das ändern. In diesem Jahr sollen alle Schulen der Stadt an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Trotzdem ist Geduld nötig, denn die Installation im Gebäude werde schließlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Für das SBBZ in St. Georgen bedeutet die kürzliche Entscheidung der Landesregierung, dass es auch am Rupertsberg weiterhin keinen Präsenzunterricht geben wird. „Wir werden weiterhin, so wie von der Landesregierung beschlossen, im Lockdown bleiben“, sagt die Rektorin. Zur Corona-Ausnahmesituation kam für das SBBZ in der vergangenen Woche ein Problem hinzu, das im Schwarzwald sehr viel alltäglicher ist als der Kampf gegen eine Pandemie – der massive Schneefall.

Es seien teilweise letzte Woche schon Kinder, die auf Bus und Taxi angewiesen sind, nicht angekommen, sagt die Rektorin. Deshalb hatte man die Notbetreuung für den Freitag ausgesetzt. Das ist für die Schule auch ärgerlich, das Problem mit den Schneemassen dürfte sich aber um einiges schneller wieder erledigt haben.