Die St. Georgener Saal- und Straßenfasnacht wird auch im kommenden Jahr praktisch nicht stattfinden. Die Narrenzunft und die Hohwalddeufel & Wälderschnäpf sagten ihre geplanten Saalveranstaltungen bereits komplett ab. Die Peterzeller Bürgerwehr entscheidet diese Woche, ob sie den Bürgerwehrball und den Kinderumzug am Fastnachtsmontag stattfinden lässt.

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Die Häser, Masken und Glocken bleiben auch an der kommenden Fastnachtskampagne größtenteils im Schrank. Zwischen dem traditionellen Beginn der schwäbisch-alemannischen Fasnet am 6. Januar und Aschermittwoch am 2. März wird es in St. Georgen keine großen Veranstaltungen der närrischen Fastnachtsvereine geben.

Maske im Saal? Undenkbar

Wie die Zunftmeisterin der Narrenzunft, Alexandra Pies, erklärt, wurde die Absage gemeinsam mit der Stadt getroffen. „Wir hatten ein konstruktives Telefonat mit Bürgermeister Michael Rieger. Er hat sich zusätzlich mit dem Landratsamt und mit seinen Bürgermeisterkollegen beraten. Allesamt sind wir zu der Entscheidung gekommen, dass ein Fasnachtsumzug unter 3G-Regeln nicht umsetzbar ist“, so Pies.

Für eine Saalveranstaltung in der Stadthalle würde nach aktuellem Stand der Corona-Verordnung gelten, dass die Gäste dauerhaft eine Mund-Nasenmaske tragen müssten, sie müssten am Platz sitzen bleiben und dürften nicht tanzen. Zudem dürften beispielsweise keine Guggenmusikgruppen auftreten. „Unter solchen Vorzeichen macht eine Fastnachtsveranstaltung keinen Sinn“, so Pies, weshalb es zu einer kompletten Absage der St. Georgener Veranstaltungen aus Sicht der Narrenzunft kommt.

Angesichts der Zuschauermengen, die die Straßenränder beim Umzug in vergangenen Jahren säumten, sehen die Narren in St. Georgen, wie auch anderswo, keine Möglichkeit, den Umzug coronakonform stattfinden zu lassen.
Angesichts der Zuschauermengen, die die Straßenränder beim Umzug in vergangenen Jahren säumten, sehen die Narren in St. Georgen, wie auch anderswo, keine Möglichkeit, den Umzug coronakonform stattfinden zu lassen. | Bild: Sprich, Roland
„Wir hatten bereits über 70 Anmeldungen von Gastgruppen.“
Alexandra Pies, Zunftmeisterin

Für die Narrenzunft ist das insbesondere deswegen ärgerlich, weil im kommenden Jahr das 55-jährige Bestehen des ältesten St. Georgener Narrenvereins mit einem großen Festumzug hätte gefeiert werden sollen. „Wir hatten bereits über 70 Anmeldungen von Gastgruppen.“

Bälle abgesagt – Planung eingestellt

Die Hohwalddeufe l& Wälderschnäpf teilen mit, dass ihre geplante Deufelsfete unter dem Motto „Wild, Wild West“, die für Mitte Januar geplant war, ebenfalls abgesagt ist. „Alles andere, unsere Teilnahme an Bällen und Umzügen anderer Zünfte, lassen wir im Moment noch offen“, so Thomas Burgbacher.

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Die Nesthexen, die den Kinderumzug am Schmotzigen Donnerstag organisieren, teilen mit, dass sie die Planung dafür eingestellt haben.

Die Nesthexen haben die Organisation des Kinderumzugs am schmotzigen Donnerstag – hier ein Archivbild – für nächstes Jahr bereits eingestellt.
Die Nesthexen haben die Organisation des Kinderumzugs am schmotzigen Donnerstag – hier ein Archivbild – für nächstes Jahr bereits eingestellt. | Bild: Sprich, Roland

Hoffnung schwindet auch in Peterzell

Der Vorsitzende der närrischen Bürgerwehr Peterzell, Matthias Aberle teilt mit, dass das „Engelegoaschtwecken“ am 6. Januar bereits abgesagt wurde. „Der Bürgerwehrball und der Kinderumzug sind aktuell noch nicht entschieden.“ Hierzu wollen sich die Verantwortlichen in diesen Tagen per Onlinemeeting erneut beraten. Große Hoffnung, dass es in Peterzell eine Fasnet geben wird, hat Aberle aber nicht. „Mit aller Gewalt und auch aus Solidarität müssen wir in Peterzell keinen Ball machen.“