Es war ein trostloses Sommersemester für die Volkshochschule St. Georgen (VHS). Nicht etwa, weil das Programm keine Abwechslung zu bieten hatte, sondern viel mehr, weil durch den Corona-Lockdown nicht viel davon stattfinden konnte.

Nur ein Monat lang

Denn nach Start des Semesters im Februar konnten nur einen Monat lang Kurse angeboten werden. Dann wurde auch die Volkshochschule geschlossen. So blieb von geplanten 144 Kursen nur noch ein Bruchteil. Auch nach der schrittweisen Lockerung der Regeln konnten nur noch zwei Kurse stattfinden. „Nach Pfingsten hätten wieder Kurse stattfinden dürfen, aber die Umsetzung war schwer“, sagt Roswitha Gruseck-Maier, Leiterin der VHS, bei der Vorstellung des neuen Programms für diesen Winter.

Zu viele Regeln galt es zu beachten. Die Leiterin der VHS muss dabei gleich auf mehrere Aspekte der Corona-Regeln achten. Etwa auf die für Sport, die Schulen und allgemeine Weiterbildung. Ein Beispiel: In einem Kursraum hätten pro Teilnehmer zehn Quadratmeter zur Verfügung stehen müssen. Vorgaben wie diese waren nicht umsetzbar. Um Online-Angebote habe die VHS sich bemüht, allerdings habe es Zurückhaltung der Teilnehmer gegeben.

Finanzielle Einbußen

Diese Umstände haben ein Loch in die Kasse der VHS gerissen. „Wir mussten extreme Einbußen hinnehmen“, sagt die VHS-Leiterin. Zwischen 30 000 und 40 000 Euro, so schätzt sie. Das finanzielle Problem resultiert beispielsweise aus Personal- und Druckkosten. Ein wenig Abhilfe habe aber vorerst der Corona-Hilfsfonds des Landes Baden-Württemberg gebracht, der sich an Volkshochschulen richtete.

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Das neue Programmheft für das Wintersemester bietet trotz all der Widrigkeiten ein breites Angebot. Es sind im Vergleich zum vorherigen Wintersemester sogar etwas mehr Kurse im Angebot. 143 sind es an der Zahl. Einige wurden auch aus dem Sommersemester in den Winter übertragen. Das Programm verteilt sich auf die Bereiche Junge VHS, Verschiedenes, Arbeit und Beruf, Sprachen, Kreatives Gestalten und Gesundheit. Roswitha Gruseck-Maier ist gespannt, wie es nach dem Corona-Lockdown läuft: „Ich bin gespannt, wie es nach dieser Zeit mit den Anmeldungen läuft“, sagt sie. Denn zum Höhepunkt der Krise habe sie auch erlebt, dass Teilnehmer sich aus Angst zurückhalten. Mittlerweile aber häuften sich die Anfragen, wann es denn wieder losgehe. „Die Menschen warten auch darauf, sich wieder sportlich betätigen zu können“, sagt die VHS-Leiterin mit Blick auf den größten Bereich, den der Gesundheit.

Doch wie es auch laufen wird, schlechter als im vorherigen Semester kann es kaum laufen. Deshalb überwiegt bei den Verantwortlichen die Zuversicht und die Vorfreude auf das neue Semester. Bei Roswitha Gruseck-Maier klingt das dann so: „Ich finde ganz toll, dass wir überhaupt wieder loslegen können.“

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