Bis zur nächsten Fasnacht dauert es noch gut sieben Monate. Die Mitglieder der St. Georgener Narrenzunft sind aber bereits jetzt aktiv und bereiten ein neues Projekt vor, mit dem sie an der Fasnet 2021 auf die Straße gehen wollen.

Wo früher Menschenleben gerettet wurden, will die Narrenzunft künftig Party machen. Ein ausrangierter Rettungswagen wird derzeit zu einem neuen Umzugswagen umgebaut. Nach dem der bisherige Umzugswagen in Form einer urigen Waldhütte auf Rädern gut 50 Jahre auf dem Buckel und seinen Dienst damit mehr als erfüllt hat und zudem nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprach, wurde es Zeit für ein neues Gefährt. Aber weshalb soll es gerade ein ehemaliger Rettungswagen sein? Zunftmeisterin Alexandra Pies klärt auf. „Das hat in erster Linie praktische Gründe. In so einem Fahrzeug sind bereits ausreichend Stromanschlüsse vorhanden, es gibt viel Licht im und rund um das Fahrzeug, so dass der Platz um das Fahrzeug auch nachts gut ausgeleuchtet werden kann. Zudem gibt es Möglichkeiten zum Kühlen oder Wärmen von Getränken, eine Heizung und jede Menge Stauraum.“

Bevor die Narren mit ihrem neuen Fohrebobbelemobil an der Fasnet auf die Straße gehen können, heißt es putzen und schrauben. Von links Daniel Nickel, Ronja Dilger, Zunfmeisterin Alexandra Pies, Lena Sprich und Roland Elsner. Bilder: Roland Sprich
Bevor die Narren mit ihrem neuen Fohrebobbelemobil an der Fasnet auf die Straße gehen können, heißt es putzen und schrauben. Von links Daniel Nickel, Ronja Dilger, Zunfmeisterin Alexandra Pies, Lena Sprich und Roland Elsner. Bilder: Roland Sprich | Bild: Sprich, Roland

In der Tat scheint der Rettungswagen, den die Zunftmitglieder aus Wuppertal in den Schwarzwald geholt haben, geradezu prädestiniert, um künftig als Fasnetmobil eine gute Figur, beziehungsweise ein gutes Fahrgestell, abzugeben. Die Verantwortlichen haben auch bereits eine genaue Vorstellung, wie das Fahrzeug umgebaut werden soll, damit es künftig Fohrebobbele und Kräuterwieble zu den Umzügen begleiten kann. So soll beispielsweise der Tragetisch in der Mitte des Fahrzeugs, auf dem früher Patienten auf der Trage transportiert wurden, in einen ausklappbaren Bartisch umgewandelt werden, der hinten aus dem Fahrzeug ausgefahren werden kann. Auch eine Musikanlage wird installiert.

Bevor es soweit ist, müssen die Mitglieder ordentlich Hand anlegen. Mehrmals die Woche sind derzeit Arbeitseinsätze an dem Fahrzeug notwendig, das in einem Schuppen an einem geheimen Ort untergestellt ist. Zunächst muss die Außenhaut des Fahrzeugs in den Originalzustand versetzt werden. Die roten Leuchtstreifen auf der Front-, Seiten- und Rückseite, die das Fahrzeug auf Basis eines Mercedes Sprinter mit Kofferaufbau als Rettungsfahrzeug kennzeichneten, müssen entfernt und die blauen Lichthauben des Blaulichts gegen gelbe und grüne getauscht werden. Das Entfernen der Folierung entpuppt sich dabei als Sisyphusarbeit. Per Heißluftgebläse muss die Folierung vorsichtig entfernt werden. Im Innern muss das Fahrzeug zudem gründlich gereinigt werden.

Der ausfahrbare Tragetisch, auf dem bislang Patienten auf der transportiert wurden, wird zu einem ausklappbaren Bartisch umfunktioniert. Eric Sprich probiert schon mal aus.
Der ausfahrbare Tragetisch, auf dem bislang Patienten auf der transportiert wurden, wird zu einem ausklappbaren Bartisch umfunktioniert. Eric Sprich probiert schon mal aus. | Bild: Sprich, Roland

In den nächsten Wochen und Monaten erhält das „Fohrebobbelemobil“ dann unter anderem eine neue Außengestaltung. Auch das Interieur wird für die närrischen Zwecke umgestaltet. Wie alles im Detail aussehen wird, wollen die Narren natürlich nicht verraten. „Das bleibt noch ein Geheimnis.“, sagt Alexandra Pies. Spätestens an der kommenden Fasnet präsentiert die Narrenzunft ihren neuen Umzugswagen.

Der neue Umzugswagen soll den Narren nicht nur während der närrischen Tage gute Dienste leiten. „Das Fahrzeug ist auch unterm Jahr bei Veranstaltungen sehr gut zu nutzen“, so die Zunftmeisterin.