Die Farben sind zwar meist leuchtend und die Muster bunt. Aber Masken zu nähen, sagt Christiane Schiller, sei eine ziemlich langweilige Angelegenheit. Dennoch hat sich die 56-jährige Berufsschullehrerin aus Villingen-Schwenningen daran gemacht, in ihrer Freizeit Hunderte davon zu nähen und anschließend an Freunde und Bekannte zu verkaufen. Den Erlös aus dem Verkauf wird aber nicht für sich behalten, sondern an die Hospizbegleiter des Projekts „Wunscherfüller“ im Lorenzhaus spenden.

Gegen schlechte Nachrichten

„Meine Schwiegermutter war im vergangenen Jahr selbst an schwerer Demenz erkrankt und wurde im Lorenzhaus betreut“, erzählt Schiller. Bei ihren Besuchen habe sie auch von der Arbeit der Hospizbegleiter erfahren: „Ich fand das eine sehr schöne Idee, den Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen, bevor sie von dieser Erde gehen.“

Und weil dieser Tage häufig schlechte Nachrichten aus Alten- und Pflegeheimen kämen, habe sie sich entschlossen, mit dieser Aktion etwas Gutes zur allgemeinen Situation beizutragen. „Viel zu oft beklagen sich die Leute nur, statt zu überlegen, was man selbst tun kann“, sagt sie.

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Diese Haltung spiegele sich auch in ihrem Hobby wider: dem Patchworking. Viele kleinere Stoffreste näht sie zu größeren Tüchern zusammen, die danach wieder für alles Mögliche verwendet werden können. Seinen Ursprung hat das Patchworking in Amerika, als bereits die ersten Siedler Stofffetzen so für die Weiterverarbeitung zusammennähten. „Auch wenn ich in anderen Ländern auf Reisen bin, suche ich immer nach neuen Stoffen, die ich dann zu Hause verarbeiten kann“, so Schiller.

In diesem Fall wurden es eben Masken, deren Farben und Muster sich ihre Freunde und Bekannten selbst ausgesucht und dann für eine kleine Spende gekauft haben. Knapp 900 Euro sind so bislang zusammengekommen, wie sie berichtet. „Aber die 1000 Euro will ich auch noch schaffen.“

Christiane Schiller bei der Arbeit in ihrem kleinen Nähatelier zu Hause.
Christiane Schiller bei der Arbeit in ihrem kleinen Nähatelier zu Hause. | Bild: Christiane Schiller

Es habe mitunter auch Leute gegeben, die bis zu 30 Euro für zwei Masken bezahlt hätten, als sie vom Zweck des Verkaufs erfahren hätten, sagt Schiller. „Diese Masken sind ja normalerweise fast schon ein Angriff auf unsere Ausdrucksfähigkeit, da hatte ich mir das Ziel gesetzt, etwas Schönes aus etwas zu machen, was sonst eben nicht so schön aussieht.“

Mehr als Infektionsschutz

Verdienen wird Christiane Schiller an ihrer groß angelegten Näh-Aktion jedoch selbst nichts. Das liegt vor allem an den hochwertigen Stoffen, die für die Herstellung von Masken nötig sind. „Ein Meter davon kostet etwa 30 Euro. Der Stoff ist aber wichtig, dass die Masken angenehm zu tragen sind und das Gewebe dicht genug ist“, sagt sie.

Gleichzeitig sind ihre farbenfrohen Masken aber nicht nur zum Infektionsschutz da, sondern ebenso eine zur Schau getragene Bekundung, dass man auch in schwierigen Zeiten wie diesen etwas tun kann, um das eigene und das Leben anderer Menschen etwas schöner zu machen.

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