Die Kulturlandschaft in St. Georgen ist reicher geworden. Wie kam das? Pfarrer Roland Scharfenberg stellte sich jüngst die Frage, was musikalisch getan werden kann, um das kulturelle Niveau in der Bergstadt noch etwas zu steigern. „Nach einigen Überlegungen kam mir die Idee, einen Projektchor ins Leben zu rufen“, sagt er.

Dabei dachte Roland Scharfenberg gleich weiter, welche Art von Musik denn in der Lorenzkirche angeboten werden kann. Schließlich sollte das musikalische Angebot mit dem Projektchor harmonieren.

„So hat sich meine Idee, einen Gospelchor anzuregen, nicht nur in mir, sondern auch bei Chorleiterin Martina Schwarz gefestigt“, sagt Roland Scharfenberg auf Nachfrage. Und Pfarrer Scharfenberg vermutet richtig, wenn er sagt: „Mit Gospelmusik werden jüngere Menschen wie ältere angesprochen.“

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„Das Projekt wurde Anfang Mai angelegt“, ist von Martina Schwarz zu erfahren. Zunächst etwas zögerlich, doch dann steigerte sich die Anzahl der Sängerinnen und Sänger kontinuierlich.

Der Gospelchor, der vor allem mit Frauen besetzt ist.
Der Gospelchor, der vor allem mit Frauen besetzt ist. | Bild: Werner Mueller

Bis zum Auftritt nach dem Probenbeginn im Mai sind es 40 Sängerinnen geworden, unter denen sich, etwas versteckt, auch drei Männerstimmen befinden. Durch Kontakte mit der Wirkstatt und der dortigen Leiterin Antonia Musacchio-Torzilli entschlossen sich zwei Frauen aus der Ukraine im Projektchor mitzusingen.

Es hätten mehr sein können, doch Martina Schwarz vermutet, dass die Menschen aus dem Land im Krieg derzeit mit Sprachkursen und anderen Aufgaben mehr gefordert sind. Aufgrund der noch fehlenden ausreichenden Sprachkenntnisse mit der deutschen Sprache, fänden die Unterhaltungen auf Englisch statt, ist von Chorleiterin Martina Schwarz zu erfahren.

Aus christlichem Glauben heraus

Die Idee mit dem Gospel-Projektchor hat funktioniert. Es fanden etwa zehn Proben im evangelischen Gemeindehaus bis zum Auftritt in der Lorenzkirche statt. Und immer dabei die beiden Frauen aus der Ukraine. Eine von ihnen war Viktoria Demydovych. „Die Gemeinschaft tut gut und ich singe wegen meinem christlichen Glauben. Gospel gefallen mir“, sagt sie, aus dem Englischen übersetzt von Martina Schwarz.

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Das Durchschnittsalter der Chormitglieder beträgt 40 Jahre. Jugendliche ab 14 Jahren sind ebenfalls angesprochen, so Martina Schwarz. Ganz bewusst wählt die Chorleiterin ein- und zweistimmiges Liedgut, um dem Mitwirkenden etwas mehr Sicherheit zu geben.

Wie es sich gehört, darf Gospel nicht ohne Musik stattfinden. Mit Nathalie Damm ist das elektronische Piano besetzt, am Schlagzeug sitzt Konstantin Spath. Während des Gottesdienstes am Sonntag wurden fünf Gospels zur Aufführung gebracht. Mit reichlichem Beifall bekundeten die Gottesdienstbesucher, dass der Gospel-Projektchor angekommen ist.