Seine Tat blieb selbst in höchsten bayrischen Regierungskreisen nicht unbemerkt. Jürgen Hermann hat in einer Feierstunde in München die Christophorus-Medaille für die Rettung eines Menschen aus Lebensgefahr überreicht bekommen.

Ausgezeichnet wurde der St. Georgener für seine Rettungsaktion in der Münchner S-Bahn vor einem Jahr, wo er eine im Rollstuhl sitzende Frau davor bewahrt hat, in das Gleisbett zu stürzen und vom Zug möglicherweise überrollt zu werden.

Die Auszeichnung nahm Bayerns Ministerpräsident Markus Söder persönlich vor. Und der nahm sich auch nach der Ehrung viel Zeit für Gespräche mit dem Geehrten aus dem Schwarzwald. Zudem gab es ein Wiedersehen mit der geretteten Frau.

„Fast ein bisschen wie bei einem Staatsempfang, aber trotzdem locker“, beschreib Jürgen Hermann das Ambiente im Antiquarium der Münchner Residenz rund um die Auszeichnung. Etwa 70 Gäste seien zu der Veranstaltung geladen gewesen.

Von Söder nicht unbemerkt

Alle haben entweder die bayrische Rettungsmedaille oder den Christophorus-Orden erhalten. „Vor der eigentlichen Ansprache des Ministerpräsidenten gab es etwas zu essen“, sagt Jürgen Hermann, der von seiner Frau Petra und Tochter Finnja begleitet wurde.

Diese Christophorus-Medaille erinnert Jürgen Hermann an seine Tat vor einem Jahr.
Diese Christophorus-Medaille erinnert Jürgen Hermann an seine Tat vor einem Jahr. | Bild: Jürgen Hermann

Anschließend habe Söder jeden Einzelnen geehrt. Als Jürgen Hermann an der Reihe war, habe er den Ministerpräsidenten bei der Entgegennahme der Urkunde gefragt, ob er die Aktion damals überhaupt mitbekommen habe. „Herr Söder sagte, dass er die Geschehnisse damals sehr wohl mitbekommen habe und er konnte sich auch daran erinnern“, so Hermann.

Guter Kontakt zur geretteten Frau

Offensichtlich hinterließ die Rettungsaktion im August 2021 auch nachhaltig Eindruck bei dem bayrischen Ministerpräsidenten. Denn nach dem offiziellen Teil nahm er sich noch Zeit, um mit Jürgen Hermann zu reden. Mit dabei war zudem auch die damals gerettete Frau. Monika Aè wurde ebenfalls zu der Verleihung eingeladen.

Für die Familie aus dem Schwarzwald war es nicht das erste Aufeinandertreffen mit Aè, die in Herrsching am Ammersee lebt und die seit einem Unfall auf den Rollstuhl angewiesen ist. „Wir hatten direkt nach dem Unfall Kontakt und seither immer wieder“, sagt Jürgen Hermann.

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Sogar übernachtet hat die Familie bei der Frau. „Wir sind schon zwei Tage vorher angereist und haben bei Monika am Ammersee übernachtet. Und haben am Samstag gemeinsam das Kloster Andechs besucht.“

Und noch etwas hat Familie Hermann bei ihrem Besuch in München unbedingt unternehmen müssen. „Natürlich waren wir auch das erste Mal auf dem Oktoberfest“, sagt Jürgen Hermann. Die Menschenmassen hätten ihm allerdings nicht so gefallen.