Blauer Himmel, anhaltende Minustemperatur und eine schneebedeckte Landschaft wie im Wintermärchen: eigentlich ideale Voraussetzungen für den Langlaufsport. In St. Georgen ist derzeit allerdings lediglich die Stadionrunde gespurt.

Weshalb das so ist, warum das St. Georgener Loipennetz bislang nicht ausreichend gespurt werden konnte und was Waldarbeiten, Autofahrer und Fußgänger mit der Sache zu tun haben, erläutert Helmut Wachtelborn. Er ist der Loipenbeauftragte der Stadt und nimmt zur derzeitigen Situation Stellung.

„Auf den Wegen zu wenig Schnee“

„Die einfache Antwort ist, dass auf einigen Wegen immer noch zu wenig Schnee liegt“, sagt Helmut Wachtelborn. Dies allein sei aber keine befriedigende Antwort für die wartenden Langläufer. Mehrere Faktoren seien derzeit dafür verantwortlich, dass die Loipen bislang nicht gespurt werden konnten. In erster Linie das Wetter.

Helmut Wachtelborn ist selbst begeisterter Skilangläufer und sorgt ehrenamtlich für gespurte Loipen um St. Georgen. Bild: Roland Sprich
Helmut Wachtelborn ist selbst begeisterter Skilangläufer und sorgt ehrenamtlich für gespurte Loipen um St. Georgen. Bild: Roland Sprich | Bild: Sprich, Roland

Der Loipenexperte erklärt: „Nach dem ersten Schnee im Dezember kam Tauwetter und danach wieder Frost. Der Boden ist bis in tiefere Schichten gefroren, was uns erst mal gefreut hat. Danach kam wieder Schnee, der am vergangenen Sonntag stark verregnet wurde. Das Wasser konnte nicht abfließen, weil der gefrorene Boden darunter wie eine Sperre wirkt.

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„Nun liegt unter dem nassen Schnee eine sehr weiche, nasse Bodenschicht, die nicht gefrieren kann, weil der Schnee den Frost von oben nicht durchlässt. Wenn nun mit dem Pistenbully gefahren wird, drücken sich die Ketten bis auf den nassen Boden durch. Die Kette vereist und die Spur wird verdreckt. Es ist also unter diesen Umständen nicht möglich, mit dem Pistenbully zu spuren.“

Helmut Wachtelborn präpariert mit dem Pistenbully einen Teil der St. Georgener Loipe. Der nasse Schnee vereist dabei immer wieder das Spurgerät. Bild: Helmut Wachtelborn
Helmut Wachtelborn präpariert mit dem Pistenbully einen Teil der St. Georgener Loipe. Der nasse Schnee vereist dabei immer wieder das Spurgerät. Bild: Helmut Wachtelborn | Bild: Helmut Wachtelborn

Es nütze auch nichts, sich die „Schokoladenstellen“ auszusuchen: „Die Schwachstellen bestimmen, ob gefahren werden kann oder nicht.“ Es würden zurzeit alle alternativen technischen Möglichkeiten ausprobiert, um doch noch sobald als möglich weitere Loipen zu spuren. Was davon erfolgreich sein wird und wann kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. „Prognosen sind nicht möglich, weil sich unter diesen schwierigen Bedingungen alles ständig ändert.“

Holzernte haut rein

Das Wetter ist allerdings nicht der alleinige Auslöser für die schwierige Situation. „Im Herbst wurden Wege planiert, Waldwege gesäubert, Äste und Baumstämme weggeräumt und einige Rohre zur Wasserableitung eingebracht. Das waren gute Aussichten auf eine erfolgreiche Loipensaison. Leider kam dann auch noch die Holzernte dazu“, erklärt Wachtelborn.

Einige Wege seien dadurch regelrecht aufgewühlt worden und es sei dann nicht mehr möglich gewesen, mit schwerem Gerät diese Schäden zu beseitigen. Mit dem Resultat, „dass ein Teil der Hochwald-Loipe nicht befahrbar ist.“ Es bestehe für diesen Winter eine kleine, beschilderte Umleitung.

Fußgänger und sogar Autos unterwegs

Ein weiterer Punkt sind Fußgänger auf den Loipentrassen: „Obwohl überall Verbotsschilder angebracht sind, wird weiterhin dort der Schnee verstapft und es bleibt eine grobe Oberfläche, die es sehr schwierig bis unmöglich macht, eine ordentliche und gefahrfreie Loipe anzulegen.“ Als „der Gipfel“ bezeichnet Wachtelborn jedoch Autofahrer, die auf den verbotenen Wegen fahren und damit die Loipen auch noch gefährlich machen.“

„Der Winter hat erst begonnen“

Helmut Wachtelborn ist derzeit täglich unterwegs, um die Situation zu beobachten und zu schauen, ob und welche Trassen für Langläufer gespurt werden können. Er bittet die Wintersportler um Geduld und Verständnis. „Der Winter hat erst begonnen und es ist zu hoffen, dass es noch viele schöne Tage auf frisch gespurten Loipen in St. Georgen gibt.“

„Eisbahn gesperrt“ – eine Eisbahn wird es diesen Winter gar nicht geben. Bild: Ganter
„Eisbahn gesperrt“ – eine Eisbahn wird es diesen Winter gar nicht geben. Bild: Ganter | Bild: Ganter, Patrick

Keine Hoffnung gibt es übrigens für diejenigen, die gerne auf Kufen ihre Kreise am Rondell am Klosterweiher drehen: es gibt auch in diesem Winter keine Eisbahn. „Ein Betrieb auf der Eisbahn ist aufgrund der Pandemie nicht möglich. Sobald die Eisbahn ohne Einschränkungen nutzbar ist, wird es diese in den nächsten Jahren wieder geben“, sagt Julia Merkle von der Stadt. Weil das alles für die Verwaltung frühzeitig klar war, wurden die Geräte der Skateranlage erst gar nicht aus dem Weg geräumt.

Der aktuelle Loipenzustand und Angaben dazu, welche Loipen in St. Georgen gespurt sind, ist auf hier abrufbar.