Die Zeiten ändern sich – auch bei den St. Georgener Gastronomen. Zahlreiche Menschen sind inzwischen entsetzt über die Preisentwicklung. Gastwirte setzt das in besonderer Weise unter Druck.

Vor allem dergestalt, dass abseits der Preise auch die Verfügbarkeit von Lebensmitteln nicht mehr selbstverständlich ist. Wir haben bei einigen Gastronomen der Bergstadt nachgefragt, was Corona und vor allem die allgemeine Preissteigerung in ihrem Betrieb hinterlässt.

Gaspreis hat sich verdoppelt

Insgesamt zeigt sich niemand der Befragten glücklich über diese nun auftretende Situation. Roswitha Wentz vom Gasthaus „De Engel“ in Brigach sagt: „Was Corona betrifft, haben wir die Bitte, bis zum Platznehmen mit Maske einzutreten.“ Denn auch sie und ihre Mitarbeiter tragen nach wie vor im Gästebereich eine Maske, was von den Gästen akzeptiert und verstanden wird.

Roswitha Wentz vom Gasthaus „De Engel“ in Brigach deckt die Tische ein.
Roswitha Wentz vom Gasthaus „De Engel“ in Brigach deckt die Tische ein. | Bild: Werner Mueller

Die Preise haben man im „De Engel“ zuletzt moderat angehoben. Als einen der Gründe nennt sie die Verdoppelung des Gaspreises. „Über eine neuerliche Anpassung der Preise werden wir nachdenken müssen“, so Roswitha Wentz.

Angefangen beim Bier, über Öl für die Fritteuse, Fett zum Braten, allgemeine Lebensmittelpreise und auch Milchprodukte, sei alles teurer geworden. Ganz abgesehen von deren Verfügbarkeit.

Noch sind Preise zu halten

Nada Mucic vom Restaurant „Hochwald“ berichtet: „Die Gäste treten meistens ohne Maske ein.“ Es sei inzwischen ja möglich.

Nada Mucic, Wirtin in der Gaststätte „Hochwald“ weiß nicht, wie lange die bisherigen Preise zu halten sind.
Nada Mucic, Wirtin in der Gaststätte „Hochwald“ weiß nicht, wie lange die bisherigen Preise zu halten sind. | Bild: Werner Mueller

Momentan könne die Wirtin nicht sagen, wie lange die bisherigen Preise gelten werden. „Wir müssen darüber nachdenken, was zu tun ist.“ Diese Entscheidung sei nicht leicht, sagt Nada Mucic weiter.

Die Liste der verteuerten Waren ist lang und in manchen Fällen hat auch der Großhandel nicht alles, was man benötige. Frittieröl, Salatöl und Mehl, um nur Beispiele zu nennen, stehen jetzt schon auf der Mangelliste.

Wohl ab Mai wird es teurer

Die Traditionsgaststätte „Zur Stadt Frankfurt“ mit Inhaber Wolfram Morat sieht sich ähnlichen Schwierigkeiten ausgesetzt. „Wenn die Inzidenz weiter fällt, werden die Gäste ohne Maske eintreten“, sagt Morat. Schon jetzt tragen sie nur noch vereinzelte Gäste.

„Für unsere Mitarbeiter besteht die Pflicht, weiterhin Masken zu tragen.“ Das gehe aus dem Arbeitsschutzgesetz und dem Infektionsschutzgesetz hervor, sagt Wolfram Morat.

„Wir werden eine Preisanhebung nicht vermeiden können“, sagt Morat vorsichtig. Bereits jetzt werden Lieferungen vereinzelt mit Aufschlägen angeliefert. Beispielsweise mit einer CO2-Abgabe. Wohl ab Mai, konkretisiert er, werde er die Preise anheben müssen.

Preissteigerung unvermeidbar

Uwe Reich vom „Klimperkasten“ hat den Hinweis auf Maskenpflicht entfernt. Etliche Gäste kommen noch mit einer Maske. „Es ist unterschiedlich“, sagt Uwe Reich. Glücklich zeigt sich Reich darüber, bisher von Corona verschont geblieben zu sein. „Bin noch immer davongekommen,“ sagt er.

Auch Wolfram Morat von der Traditionsgasstätte „Zur Stadt Frankfurt“ denkt über eine Preiskorrektur nach.
Auch Wolfram Morat von der Traditionsgasstätte „Zur Stadt Frankfurt“ denkt über eine Preiskorrektur nach. | Bild: Werner Mueller

Auf die Preissituation beim Einkaufen angesprochen, sagt der Wirt: „Definitiv müssen wir die Preise anheben. Es macht auch keinen Spaß. Mehr oder weniger werden wir dazu gezwungen.“

Die Energiekosten, Strom und Gas, Sprit, Heizöl und Speiseöl haben sich stark verteuert. „Wir hatten auch schon Zeiten, da gab es nichts, was wir benötigten im Geschäft, selbst nicht beim Großhandel.“

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