St. Georgen – Eigentlich sitzen sie zusammen, tüfteln, diskutieren – doch wie so Vieles, ist auch die Arbeit des „Cubic-Racing“-Teams vom Thomas-Strittmatter-Gymnasium in diesem Jahr eine andere. Schon der Name des Wettbewerbs hätte anders lauten müssen, hätten die Initiatoren ihn in diesem Jahr wählen müssen. „Formel 1 in der Schule“ heißt er, in einem Jahr, in dem zu Beginn nicht mal der reguläre Unterricht in der Schule stattfinden kann.

Und trotzdem, dem Wettbewerb, an dem St. Georgen seit Jahren erfolgreich teilnimmt, wird auch in diesem Jahr stattfinden. Er besteht darin, einen Formel-1-Wagen zu konstruieren, der über eine 20 Meter lange Bahn geschickt wird. Entscheidend ist letztlich die Teamleistung aus Konstruktion, Ferti­gung, Reaktionszeit, Fahrzeuggeschwindigkeit, Business­plan und Präsentation. 107 Teams von 47 Schulen haben sich zur Teilnahme an den Meisterschaften der laufenden Saison angemeldet Die Teammitglieder aus St. Georgen, Noah Schneider, Luca Granata, Jonas Bausch, Louisa Broghammer, Florian Falk und Johannes Kaspar, arbeiten in diesem Jahr virtuell zusammen – per Videokonferenz. Auf selbem Wege berichten sie auch dem SÜDKURIER davon, dass schon bald die Regionalmeisterschaft ansteht. Auch sie wird, kaum anders denkbar derzeit, virtuell stattfinden. „Das ist natürlich schade“, sagt Luca Granata, im Team für die Konstruktion und Entwicklung des Boliden verantwortlich. Hilfreich sei aber, dass das Team auf den Erfolg der Vorjahre aufbauen kann. Im vergangenen Jahr waren sie Landesmeister in Baden-Württemberg, hatten sich so für die Entscheidung auf Bundesebene qualifiziert und sind auf Platz acht durchs Ziel gefahren. Ich fast gleicher Besetzung war das Team auch da schon zusammen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Herangehensweise ist jetzt, Schritt für Schritt besser zu werden. Man wolle einzelne Details ändern, dann testen, ob die Änderung ihre Wirkung entfaltet hat. Doch selbst diesen Prozess hat die Corona-Pandemie in die Knie gezwungen.

Nicht wie sonst üblich, können die Schüler ihre Testbahn aufbauen, sondern müssen auch die Tests virtuell stattfinden lassen. Viel Theorie, von der man aber viel lernen kann. Genau das sei auch einer der Gründe, warum die Teammitglieder sich engagieren. Denn hauptsächlich findet die Arbeit abseits des eigentlichen Schulbetriebs statt und macht trotzdem Spaß. „Ein Teil des diesjährigen Wettbewerbs ist auch, dass wir in jüngere Klassen gehen und das Projekt erklären“, sagt Johannes Kaspar. So sollen dann Nachfolger gefunden werden, denn alle Teammitglieder stehen im kommenden Jahr vor ihrem Abitur.

Ein Teil des Projektes ist auch, die Schüler in Kontakt mit der Wirtschaft zu bringen. Das ist in diesem Jahr durch die angespannte Lage wohl so herausfordernd wie nie. „Ein Großteil der Sponsoren unterstützt uns weiterhin“, sagt Johannes Kaspar. Das gilt aber nicht für alle Unterstützer der Vorjahre. So trifft die Corona-Krise indirekt auch das Schulprojekt „Formel 1 in der Schule“. Die Schüler suchen nun nach weiteren Partnern und hoffen auf zusätzliche Hilfe.