Seit Anfang dieser Woche dürfen aufgrund der Corona-Lockerungen unter anderem Fahrschulen, Kosmetik-, Sonnen- und Nagelstudios nach siebenwöchiger Zwangspause ihren Betrieb wieder aufnehmen. Während die Kosmetikstudios guten Zulauf haben, kommt das Geschäft bei den Fahrschulen eher langsam in Fahrt.

„Ich wurde überrannt von Terminanfragen„

„Ich wurde überrannt von Terminanfragen„, beschreibt Kosmetikerin Viola Ptok ihren ersten Arbeitstag nach Corona. „Die Kunden fragen derzeit vor allem nach gesichtsnahen Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernbehandlung“, sagt sie. Die selbstständige Kosmetikerin ist froh, ihr Studio nach der mehrwöchigen Zwangspause wieder öffnen zu können. „Es war eine harte Zeit. Noch vier Woche länger und es wäre existenzbedrohend geworden“ schildert sie.

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Die von der Politik zugesagte Corona-Soforthilfe für Soloselbstständige habe sie nicht in Anspruch nehmen können, weil sie die im Kleingedruckten aufgeführten Voraussetzungen nicht alle erfüllt. So hat sie versucht, die Zeit mit einem Lieferservice für ihre kosmetischen Produkte zu überbrücken. „Das hat zumindest etwas geholfen. Ich habe treue Kunden, die froh sind, dass ich wieder für sie da sein kann.“

Behandlung deutlich aufwändiger

Die Kundenbehandlung wird nun deutlich aufwändiger. „Ich trage sowieso immer Mundschutz, und Geräte wie Pinzette und Pinsel habe ich sowieso ständig desinfiziert. Aber jetzt kommt dazu, dass auch der Behandlungsstuhl und der Fußboden nach jedem Kunden desinfiziert werden muss. Zudem muss auch der Kunde während der Behandlung einen Mundschutz tragen. Zudem vergibt Viola Ptok Termine zeitlich großzügig versetzt, „so dass ich den Raum nach jeder Behandlung ausreichend lüften kann und sich Kunden nicht begegnen.“ Noch verhalten ist das Angebot an Gesichtsbehandlungen, die Viola Ptok in Kooperation mit Heilpraktikerin Oksana Ruigis anbietet.

Auf lackierte Nägel wird verzichtet

Verzicht auf lackierte Nägel: Ein deutlich verhaltener Kundenzulauf war die ersten Tage im Nagelstudio bei Claudia Föhrenbacher spürbar. „Man spürt, dass vielerorts Kurzarbeit ist. Und dass einige Kunden deswegen auf den Besuch im Nagelstudio verzichten. Aber das ist absolut verständlich“, sagt Föhrenbacher, die hauptsächlich klassische Maniküre anbietet.

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Praktisch keine Nachfrage besteht derzeit nach lackierten Finger- und Fußnägeln. Auch der Bereich Fußpflege ist derzeit wenig nachgefragt. „Normalerweise wollen Leute gepflegte Füße haben, wenn sie in die Pfingst- oder in die Sommerferien fahren. Aber da unklar ist, wann man reisen darf, ist hier auch die Nachfrage stark reduziert.“

Fahrschüler haben es nicht eilig

Noch nicht am ersten Tag wieder voll eingestiegen mit Beginn der Lockerung ist Fahrlehrer und Fahrschulinhaber Thomas Lermer . „Es gab viele Telefon- und E-Mailanfragen. Wir machen demnächst einen Anmeldeabend, starten aber erst am 25. Mai wieder mit dem Unterricht.“ Grund ist, dass die Fahrschüler es mit dem Führerschein heutzutage offensichtlich gar nicht eilig haben.

„Es ist nicht mehr so, dass die jungen Autofahrer den Führerschein zum 18. Geburtstag unbedingt haben müssen. Deswegen sieht Lermer für sich auch keinen Bedarf an einer vorübergehenden Heraufsetzung der täglichen Arbeitszeit, die den durch die mehrwöchige Zwangspause angefallenen „Stau“ an Fahrstunden abarbeiten können.

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