Seit Dienstag dürfen laut Corona-Landesverordnung nun auch wieder Kneipen und Bars geöffnet haben. Die Freude bei den Wirten ist jedoch verhalten. Sie müssen genau rechnen, ob sich der Betrieb lohnt, wenn aufgrund der Abstandsregelungen nur ein Teil der Plätze zur Verfügung steht.

„Klar haben wir geöffnet. Aber wir sehen es skeptisch“, sagt Andy Reich vom Klimperkasten. Es sei eine wirtschaftliche Gratwanderung, ob es sich lohne, angesichts der Abstandsregelungen. Bauliche Maßnahmen musste der Betreiber der Kultkneipe nicht treffen. „Wir sperren einfach die Tische, an die sich die Gäste nicht setzen dürfen. Und Seife und Desinfektionsmitteln haben wir ausreichend zur Verfügung.“

Uwe Reich macht es vor. Hände waschen und desinfizieren vor Betreten des „Klimperkastens“ ist obligatorisch.
Uwe Reich macht es vor. Hände waschen und desinfizieren vor Betreten des „Klimperkastens“ ist obligatorisch. | Bild: Sprich, Roland

Nur dank Soforthilfe Zeit überstanden

Dennoch rechnet Reich damit, „dass wir höchstens die Kosten decken können. Ob wir Gewinn erwirtschaften, wird man erst am Ende sehen.“ Überhaupt rechnet der Wirt damit, „dass dieses Jahr wirtschaftlich ohnehin gelaufen ist.“ Die vergangenen Monate habe man nur dank Soforthilfe überstehen können. Immerhin, wenn das Wetter mitspielt, kann der Klimperkasten mit seinem großen Biergarten punkten. „Hier haben wir genügend Platz und können die Tische in ausreichendem Abstand aufstellen.“

Außer-Haus-Verkauf hilft

Auch im Bierpub „Hils“ konnten am Dienstag erstmals seit Mitte März wieder Gäste feiern. „Wir freuen uns, wieder für unsere Gäste da sein zu dürfen“, sagt Betreiber Patrizio Coriale. Wenn auch in deutlich reduziertem Umfang. Wo sich normalerweise bis zu 100 Personen aufhalten, dürfen jetzt maximal 28 Gäste an den Tischen sitzen. Im Thekenbereich dürfen keine Gäste sitzen. Die vergangenen zweieinhalb Monate habe man dank dem Außer-Haus-Verkauf des angegliederten Restaurants „La Galleria“ überstehen können.

Bistro „Fun“ würde gerne länger öffnen

Gerd Stern vom Bistro „Fun“ bedient die Gäste mit Mund- und Nasenschutz. Der Wirt ist froh, nach fast dreimonateiger Corona-Zwangspause seine Gäste wieder in seinem Lokal begrüßen zu können.
Gerd Stern vom Bistro „Fun“ bedient die Gäste mit Mund- und Nasenschutz. Der Wirt ist froh, nach fast dreimonateiger Corona-Zwangspause seine Gäste wieder in seinem Lokal begrüßen zu können. | Bild: Sprich, Roland

Bereits seit 18. Mai wieder geöffnet hat das Bistro „Fun“. „Wir haben ja eine Gaststättenlizenz und durften bereits früher öffnen“, sagt Betreiber Gerd Stern, der sich auf seine Gäste freut. Diese verhalten sich sehr diszipliniert und würden die Maßnahmen, Mundschutz beim Betreten und Verlassen des Lokals, Abstand halten und Hände desinfizieren, vorbildlich einhalten. Was Gerd Stern schade findet ist die begrenzte Öffnungszeit bis 23 Uhr. „Bei uns geht es eigentlich erst um 22 Uhr richtig los.“ Eine Stunde längere Öffnungszeit würde der Betreiber deswegen sehr begrüßen.