Keine Fasnachtsbälle, kein Umzug, kein Rathaussturm, keine Kinderfasnet. Mit ihrer Entscheidung folgen die St. Georgener Fasnachtsgruppen einerseits den Empfehlungen der großen Narrenverbände und orientieren sich an den Entscheidungen anderer Zünfte. Aber auch die eigene Verantwortung steht bei der Entscheidung ganz vorne mit dabei. „Wir haben eine Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern und hätten kein gutes Gefühl dabei“, argumentierten Michael Stockburger von den Nesthexen und Mario Ettwein von der Guggenmusik Bergstadtfetzer.

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Leicht gefallen ist den Fasnachtern die Entscheidung nicht. „Wir haben bereits jetzt 65 Anmeldungen für unseren Fasnachtsumzug gehabt“, erklärt Alexandra Pies, Zunftmeisterin der Narrenzunft. Der Umzug mit rund 3000 Hästrägern hätte am Sonntag, 31. Januar, zwei Wochen vor dem Rosenmontag stattfinden sollen. Dabei wäre die Menge der Hästräger nicht das einzige Problem gewesen. „Die Gruppen hätte man eventuell entzerren und in ausreichend großem Abstand laufen lassen können“, so Vizezunftmeister Sascha Trubarac. Doch die Zuschauer an den Straßenrändern wären nicht ohne Einsatz von vielen Sicherheitskräften zu koordinieren gewesen, die auf Einhaltung der Abstandsregelungen und das Tragen von Mund-Nasenschutz hätten achten müssen.

Das Bedauern ist groß

Am Rosenmontag selbst wären die St. Georgener Gruppen, Fohrebobbele und Kräuterwieble, Nesthexen, Hohwalddeufel und Wälderschnäpf, Guggenmusik Bergstadtfetzer, Schof-Striezis und Weiher-Hexen gemeinsam zu einem Fasnachtsumzug gefahren. „Es wäre der erste Auftritt als St. Georgener Narrengemeinschaft gewesen“, bedauern die Vereinsvertreter.

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Ganz unbemerkt sollen die närrischen Tage in der Bergstadt dennoch nicht bleiben. „Die Vorstandsmitglieder der einzelnen Vereine werden am Samstag vor dem Schmotzigen Donnerstag in der Gerwigstraße Spättle aufhängen“, so die Idee. „Damit wollen wir nach außen ein Zeichen setzen: Hey, wir sind noch da“, so Nadine Stockburger von den Hohwalddeufeln und Wälderschnäpf.

Mit kleinen Aktionen zeigen: Wir sind doch noch da

Auch ob Masken, Häser, Gschell und Hexenbesen wirklich komplett eingemottet bleiben, ist noch nicht ganz klar. Dana Friebe, Vertreterin der Bürgerwehr und Engelegoaschter aus Peterzell, hat die Fasnet 2021 jedenfalls noch nicht komplett abgeschrieben. „Vielleicht werden wir kleine Spontanveranstaltungen machen, je nach Coronalage.“ Auch Nesthexenchef Alessandro Semeraro ist dafür, „mit kleinen Aktionen Präsenz zu zeigen“. Wie diese aussehen könnten, darüber kann die Narrengemeinschaft noch beraten. Die Fasnet beginnt erst in rund dreieinhalb Monaten.

Vielleicht auch interne Veranstaltungen

Auch überlege man, wie man möglicherweise intern für die Mitglieder die närrischen Tage zumindest ein bisschen närrisch gestalten und sie bei Laune halten könnte. „Vor allem die jungen Hästräger trifft es hart“, weiß Nadine Stockburger.

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