Mit dem Gründonnerstag geht der Beginn des Osterfestes einher. Nicht wenige Christen der evangelischen oder katholischen Konfession fragen sich, in welcher Form werden Gottesdienste über Ostern begangen. Schließlich handelt es sich um die höchsten christlichen Feiertage, die auch begangen sein wollen. St. Georgen geht mit einem guten Beispiel an Ökumene voran. Auch sind sich die Pfarrer einig, was von höherer Warte zum Kirchgang beschlossen wurde. Der SÜDKURIER befragte zu den Ostergottesdiensten Pfarrer Roland Scharfenberg von der evangelischen Kirchengemeinde und Pfarrer Harald Dörflinger von der katholischen Kirchengemeinde, welche Verordnungen zu befolgen sind.

Teils von Inzidenz abhängig

Beiden Pfarreien gingen fast gleichlautende Anordnungen nach der Wochenmitte zu. Bei der evangelischen Gemeinde gibt es die Bezirke Lorenz, Johannes und Petrus mit Peterzell, Langenschiltach und Tennenbronn. Der Ortsältestenrat des jeweiligen Bezirks darf in seinem Bezirk selbständig über die Frage nach Präsenz-Gottesdiensten entscheiden. Eine Empfehlung, wie mit dem Gottesdiensten über Ostern zu verfahren ist, ist einem Schreiben vom Staatsministerium und der Landeskirche mit Sitz in Karlsruhe zu entnehmen. Laut Roland Scharfenberg bestand die hauptsächliche Bitte darin, die Präsenz-Gottesdienste über Ostern auszusetzen. Dieser komme man im Bezirk Lorenz nach. Glücklicherweise bestehe in der Gemeinde schon länger die Möglichkeit, Gottesdienste im Netz zu übertragen. Im Ökumenischen Zentrum, in Peterzell und Langenschiltach finden Gottesdienste in Präsenz statt, wenn die Inzidenz des Vortags unter 100 liegt. In Tennenbronn finden sie nicht statt.

Entscheidung knapp ausgefallen

In den Gemeinden bestehe der starke Wunsch, im Gottesdienst singen zu dürfen. Laut Coronaverordnung sei dies nicht erlaubt. Unter Berücksichtigung des Für und Wider habe sich der Lorenz-Ältestenrat knapp dazu entschieden, den Karfreitag und Ostersonntag-Gottesdienst online durchzuführen, so Scharfenberg. An den Feiertagen wird aus hygienischen Gründen die Abendmahlausgabe nicht stattfinden. „Wir werben um Verständnis bei den Gemeindemitgliedern.“

Pfarrer Scharfenberger
Pfarrer Scharfenberger | Bild: Werner Mueller

Wenn nach Ostern die Inzidenz unter 100 liege, können Präsenz-Gottesdienste gefeiert werden. Die Daten der Besucher werden beim Eintritt in die Kirche erfasst und in Listen eingetragen. Mittlerweile pendelt sich die Zahl der Kirchgänger auf unter 100 Teilnehmer ein.

Ausschließlich im Internet

Die katholische Seelsorgeeinheit St. Georgen–Tennenbronn mit Pfarrer Harald Dörflinger hat am Donnerstag vergangener Woche die Mitteilung erhalten, dass Präsenz-Gottesdienste in der auf höchstens zehn Grad Celsius beheizten Kirche stattfinden könnten. Die Ostergottesdienste der Seelsorgeeinheit finden im jährlichen Wechsel in Tennenbronn und St. Georgen statt.

Mit knapper Mehrheit haben Pfarrgemeinderat und Seelsorgeteam allerdings beschlossen, dass die Gottesdienste ausschließlich im Livestream auf die heimischen Computer übertragen werden. Was stattfindet, aber auch als Livestream-Angebot, ist am Karfreitag der Kinderkreuzweg in St. Georgen. Im Angebot der kirchlichen Betreuung sind die Hausgottesdienste. „Es soll ein Zeichen gegeben werden, dass Alleinstehende und Ältere dazu gehören“, sagt Pfarrer Harald Dörflinger.

Pfarrer Dörflinger
Pfarrer Dörflinger | Bild: Werner Mueller

Für Pfarrer Harald Dörflinger sind Pastoralreferent Benedikt Müller und Diakon Andreas Wolfgang wertvolle Unterstützer, die vor allem zu Beginn seiner Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit so manche Aufgabe übernommen haben.