Am Projekt „Roter Löwen“ fehlt jetzt nur noch der Feinschliff, dann kann der Bauantrag gestellt werden. Dieser soll voraussichtlich, so erklärte Architekt Stefan Blum in der Sitzung des Gemeinderates, unmittelbar nach der Weihnachtspause gestellt werden. In den vergangenen Wochen hatte die Planer vor allem das Brandschutzkonzept beschäftigt – und auch die Visualisierung wurde im Vergleich zum Vorentwurf nochmals verändert. Unter anderem durch die Form der Fenster und die Dachneigung des Anbaus.

  • Brandschutz: „Das Brandschutzkonzept hat uns sehr auf Trab gehalten“, sagte Stefan Blum in der Stadthalle. Der „Rote Löwen“ werde als mehrgeschossige Versammlungsstätte gelten und muss dem Brandschutzstandard F90 standhalten können. Das heißt, so Blum, dass der Baukörper einem Feuer für 90 Minuten standhalten muss. „Man hat es uns beim Brandschutz nicht besonders leicht gemacht“, ergänzt der Architekt.
  • Platz für rund 250 Personen: Ebenfalls in der Diskussion stand der Bestuhlungsplan für den Saal im Dachgeschoss. Er sieht künftig Platz für rund 250 Personen vor. „Dieser Plan wird Teil der Baugenehmigung sein und dauerhaften Rechtsbestand haben“, so Blum. Das heißt, dass dadurch die Maximalanzahl an Besuchern festgelegt wird. Es heißt aber nicht, dass nicht auch für weniger Personen bestuhlt werden darf, oder nicht auch alle Personen stehen dürfen. Theoretisch, wenn man mit Stehplätzen rechnet, wäre in dem Saal Platz für 600 Personen. Wenn man diese aber zulassen würde, müsste das Gebäude insgesamt ganz anderen Anforderungen entsprechen, beispielsweise was die Fluchtwege angeht. Das würde das Projekt komplexer und teurer machen, weshalb diese Option nicht zur Debatte steht.
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  • Wohl mit Fußbodenheizung: Ebenfalls noch offen ist, welches Heizsystem im genannten Saal zur Anwendung kommt. Weil das ganze Gebäude mit Fußbodenheizung ausgestattet wird, wäre diese Lösung die günstigste, damit nicht zwei Heizsysteme zum Einsatz kommen. Dieses System würden den Saal aber aufgrund seiner Trägheit nur langsam erwärmen. Alternativ wird über Radiatoren gesprochen werden. Die Entscheidung steht noch aus.
Das Dachgeschoss des „Roten Löwen“. Hier sollen bei Veranstaltungen künftig rund 250 Personen Platz finden.
Das Dachgeschoss des „Roten Löwen“. Hier sollen bei Veranstaltungen künftig rund 250 Personen Platz finden. | Bild: Hanna Mayer
  • Kosten steigen leicht: Die Gesamtkosten des Projekts sind durch diverse Anpassungen, die erforderlich waren, nochmals um rund 180 000 gestiegen. Sie liegen bei rund fünf Millionen Euro. Die Stadt erhält bei dem Projekt jedoch umfangreiche Förderungen des Landes und muss selbst nur knapp die Hälfte davon tragen. Beigetragen zur Kostensteigerung hat auch, dass der Gemeinderat sich dazu entschieden hat, einen normalen Aufzug in den „Roten Löwen“ einzubauen. Zur Debatte stand auch eine kleinere Version, die als Behindertenlift gedient hätte.
  • Ein Gemeinderat dagegen: Patrick Hilpert (Freie Wähler) war das einzige Ratsmitglied, das gegen das Projekt votierte. Er bekräftigte abermals sein Argument, dass das Geld an anderer Stelle besser investiert wäre. Beispielsweise in Schulen und Kindergärten. Zudem merkte er an, dass die Kosten nun deutlich über dem eigentlich anvisierten Deckel von 4,5 Millionen Euro lägen.