Angehörige von Bewohnern im Lorenzhaus müssen sich noch gedulden: Obwohl die baden-württembergische Landesregierung das Besuchsverbot für Alten- und Pflegeheime gelockert hat und Besuche unter Auflagen wieder erlaubt, hält die Evangelische Altenhilfe die eingeschränkte Besuchsregelung vorerst weiter aufrecht. Und das, obwohl das Ergebnis eines zweiten Massentests jetzt aktuell vorliegt.

Besuche im Lorenzhaus sind weiterhin nur über die Besucherkabine möglich. Ab Ende der Woche sollen Angehörige unter Beachtung von Sicherheitsauflagen wieder ins Haus dürfen. Bild: Roland Sprich
Besuche im Lorenzhaus sind weiterhin nur über die Besucherkabine möglich. Ab Ende der Woche sollen Angehörige unter Beachtung von Sicherheitsauflagen wieder ins Haus dürfen. Bild: Roland Sprich

Die Erleichterung ist Markus Schrieder, Geschäftsführer der Evangelischen Altenhilfe, am Telefon deutlich anzumerken. Ein zweiter Corona-Massentest, der im Lorenzhaus nach einer zweiten Infektionswelle an insgesamt 150 Personen, Bewohnern und Mitarbeitern, gemacht wurde, ergab: „Alle negativ.“ Man wolle aufgrund des Ergebnisses jedoch nicht leichtsinnig werden. „Nichtsdestotrotz sind im Lorenzhaus bis Ende dieser Woche Besuche nur über die Besucherkabine möglich“, so Schrieder. Auch neue Bewohner werden bis dahin nicht aufgenommen. Man sei in einer schwierigen Situation. „Einerseits wollen wir den Angehörigen so weit als möglich entgegenkommen. Auf der anderen Seite haben wir die Verantwortung für die Bewohner.“

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Deswegen werde derzeit ein Konzept erarbeitet, das möglichst allen Belangen von Bewohnern, Angehörigen und der Fürsorgepflicht des Heims gerecht wird. Schrieder macht deutlich, dass die Heimleitung mit der Lockerung der Besuchsregelung ein hohes Risiko eingehe. Zwar seien die Besucherregelung mit der Heimaufsicht und dem Gesundheitsamt abgesprochen.

„Doch die Verantwortung und Entscheidung trage ich.“ Er appelliert deshalb eindringlich an die Besucher sich streng an die Vorgaben zu halten, wenn das Altenheim für Besuche von Angehörigen geöffnet werde. Dazu gehöre beispielsweise ein Gesundheitscheck in Form eines Fragebogens und die Unterzeichnung einer Selbstverpflichtungserklärung. „Vereinzelt werden wir auch die Temperatur messen“, kündigt der Geschäftsführer an. Wer Krankheitssymptome aufweise, solle das Haus unter keinen Umständen betreten.

Bis sich die Türen im Lorenzhaus voraussichtlich ab kommender Woche für Besucher öffnen, können Bewohner ihre Angehörigen dort nur über die Besucherkabine empfangen. Der Bewohner sitzt dabei vor einer Glasscheibe, die Angehörigen betreten das Gebäude über einen separaten Eingang.

Kommuniziert wird über eine Gegensprechanlage. „Die Kabine wird angenommen. Aber das kann natürlich nur eine Zwischenlösung und kein dauerhafter Ersatz sein“, weiß Markus Schrieder. Es sei den Bewohnern inzwischen deutlich anzumerken, wie sehr sie darunter leiden, dass sie seit mittlerweile acht Wochen keinen Besuch von ihren Angehörigen empfangen dürfen und weitgehend in ihren Zimmern bleiben müssen.

Etwas anders sieht die Lage im Elisabethhaus aus. Dort gibt es bislang keinen einzigen Fall einer Coronainfektion. Dort seien Besuche unter den genannten Auflagen bereits wieder möglich. Allerdings nur nach telefonischer Voranmeldung, wird erklärt.

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