Die Jugendmusikschule St. Georgen-Furtwangen geht neue Wege, um Kinder und Jugendliche für das Musizieren zu begeistern. In Videoclips werden unterschiedliche Instrumente vorgestellt. Damit Klavier, Trompete, Geige & Co. im fertigen Video gut und vor allem fehlerfrei klingen, erfordert das beim Dreh höchste Konzentration der Protagonisten und von den Filmern Improvisationsgeschick.

Videos und Hörproben der Instrumente

Der große Saal der Jugendmusikschule in der Bahnhofstraße gleicht einem Fernsehstudio. Auf der von großen Lampen gut ausgeleuchteten Fläche sitzen Musiklehrer Andreas Erchinger und sein Schüler Arved Räuber an zwei schwarzen Konzertflügeln. Sie spielen eine Jazz-Improvisation. „Danke, das war ganz gut, vielleicht machen wir zur Sicherheit noch eine Aufnahme“, sagt Regisseurin Sabine Porsch, die ganz genau hinhörte. Nach drei Aufnahmen, die aus verschiedenen Perspektiven gefilmt werden, wobei für die eingesetzten Kameras und Smartphones auch mal Notenständer als Stativ herhalten müssen, sind alle Beteiligten mit der Aufnahme zufrieden.

Die Aufnahmen finden im großen Saal der Jugendmusikschule statt.
Die Aufnahmen finden im großen Saal der Jugendmusikschule statt. | Bild: Sprich, Roland

Deutlich weniger Anmeldungen

Etwa ein Dutzend Instrumente hat Sabine Porsch, die selbst Klavierlehrerin an der Jugendmusikschule und stellvertretende Schulleiterin ist, bereits im Kasten. Der Grund für die Videos ist aus der Not heraus geboren. Seit mehr als einem Jahr sind praktisch keine öffentlichen Veranstaltungen möglich, bei denen die Instrumente live zu hören sind. Damit sich interessierte Kinder und Jugendliche für den am kommenden Sonntag stattfindenden Schnuppertag vorab informieren können, für welches Instrument sie sich näher interessieren, produzierte die Schule die Videos. Darin erläutern die Musiklehrer das jeweilige Instrument und es gibt Hörproben von jungen Musikschülern.

Wie der Leiter der Jugendmusikschule, Elias Zuckschwerdt, auf SÜDKURIER-Nachfrage erklärt, muss die Schule seit Pandemiebeginn deutlich geringere Anmeldezahlen verkraften. „Wir haben etwa 150 Schüler weniger als vor Pandemiebeginn. Das liegt daran, dass wir ja keinerlei Werbemaßnahmen machen konnten. Normalerweise führen wir jedes Jahr in den Grundschulen Instrumentenvorstellungen durch und geben den Kindern die Möglichkeit, verschiedene Instrumente auszuprobieren. Aufgrund der geltenden Auflagen war dies im vergangenen Jahr nicht möglich“, so Zuckschwerdt. Auch der Tag der offenen Tür konnte im vergangenen Jahr pandemiebedingt nicht stattfinden.

„Anfänger brauchen zunächst regelmäßigen Präsenzunterricht.“
Elias Zuckschwerdt, Leiter der Jugendmusikschule

Einen weiteren Grund für die geringeren Anmeldezahlen sieht der Schulleiter im Onlineunterricht. „Diese Unterrichtsform funktioniert bei Schülern, die bereits eine gewisse Zeit im Unterricht waren, gut. Anfänger brauchen jedoch zunächst regelmäßigen Präsenzunterricht. Hier müssen die Lehrkräfte häufig noch händisch eingreifen, um beispielsweise die Haltung der Hand und des Instruments zu korrigieren, oder beim Aufbau und Stimmen des Instruments zu helfen.“

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Der stärkste Rückgang bei den Kindern im schulpflichtigen Alter, während es bei den Erwachsenen nur einen leichten Rückgang zu verzeichnen gab. „Im Elementarbereich der bis Fünfjährigen konnten wir zuletzt sogar wieder einen Anstieg verzeichnen“, freut sich Elias Zuckschwerdt. Nach Instrumentengruppen aufgeschlüsselt war der stärkste Rückgang im Bereich Blasinstrumente zu verzeichnen, während die Schülerzahl bei den Streich-, Zupf- und Schlaginstrumenten nur leicht rückläufig war. Im Fach Klavier blieb die Schülerzahl nahezu konstant.