Der Lockdown ist verlängert – und trotzdem gibt es eine kleine Lockerung, die es den Einzelhändlern in der schweren Situation zumindest etwas leichter macht. Sie dürfen ab Montag Waren zur Abholung anbieten. Das heißt, dass die Kunden vorher bestellen und dann zum vereinbarten Zeitpunkt abholen. Ansonsten eint alle die Hoffnung, dass es bald wieder aufwärts geht. Der SÜDKURIER hat bei den St. Georgener Händlern in unterschiedlichen Branchen gefragt.

  • Fritz Kaspar, Modehaus Kaspar: Fritz Kaspar unterstreicht, dass die Beschränkungen ihm die Ausübung seines Berufs unmöglich machen. „Wir leben vom Handel“, sagt er. Er verstehe die Maßnahmen der Politik und dass sie jetzt verlängert wurden, sagt aber auch, dass beispielsweise die Kundenfrequenz in seinem Laden gut steuerbar wäre. Entsprechend habe das Hygienekonzept vor der erneuten Schließung gut funktioniert. Die Situation sei aber ernst. „Das geht selbstverständlich an die Substanz“, so der Textilhändler. Die Nachfrage der Kunden sei momentan sehr verhalten. Über einen Lieferdienst, ab Montag auch über einen Abholdienst, versucht er, diese zu erreichen. „Die Nachfrage war im ersten Lockdown besser“, sagt Fritz Kaspar.
  • Martina Schwarz, Buchhandlung Haas: Die Umsätze der Buchhändlerin sind deutlich eingebrochen, ihre Angestellte befinde sich in Kurzarbeit und die Aushilfen könne sie nicht mehr einsetzen. „Besonders in der Zeit vor Weihnachten war die Schließung sehr bitter“, sagt sie. Das sei auch für ihren Laden das Hauptgeschäft des Jahres. Dass die Maßnahmen nun verlängert werden, könne sie verstehen. Erleichterung bringe, dass das Abholen der Waren nun erlaubt ist. Vormittags sei das Ladenlokal besetzt und telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Die Waren wurden in der bisherigen Zeit der Schließung dann nachmittags ausgeliefert.
  • Heidi König, Schwarzwälder Naturseife: Die Schließung sei ärgerlich, doch Heidi König und ihren Seifenladen treffen die Maßnahmen und deren Verlängerung nur moderat. „Ich bin nicht existenziell bedroht“, sagt sie. Ihr großer Vorteil: Der Laden befindet sich im eigenen Haus, Angestellte gibt es nicht. Hohe laufende Kosten plagen das Geschäft also nicht. Einen Onlineshop betreibe sie schon seit Längerem, die Nachfrage dort sei im abgelaufenen Jahr auch besser als zuvor gewesen.
  • Sabine Günter, Henninger: Gewerbetreibende, Industrie und Handwerk haben weiterhin Zutritt – für alle anderen ist auch das Haushaltswarengeschäft Henninger geschlossen. Lediglich eine Lieferung und bald eine Abholung könne man anbieten, heißt es. Doch das läuft insgesamt schleppend. Viele Kunden schätzen das Aussuchen und Ausprobieren im Laden. Bei einer Bestellung sei die Beratung folglich deutlich schwerer. Online-Handel sei für kleine Geschäfte ebenfalls schwierig in der Umsetzung. Auch Sabine Günter muss momentan auf Kurzarbeit zurückgreifen. Und auch sie ist der Meinung, dass die Hygienevorschriften in ihrem Ladenlokal gut umsetzbar sind und beispielsweise Abstände jederzeit eingehalten werden können. Gleichzeitig sei klar, dass bei den derzeit hohen Zahlen ein Handeln notwendig war.
  • Susanne Steiner-Hieske, Blattwerk: „Wir müssen uns der Sachlage fügen“, sagt die Blumenhändlerin über die Maßnahmen und deren Verlängerung. Man müsse sich daran halten, es gehe darum, nicht zu erkranken. Ihre Hoffnung liege auf dem Februar, derzeit läuft ihr Geschäft mit einem Lieferservice und ab kommender Woche auch per Abholung. Trotzdem ist der Blumenhandel derzeit kompliziert. Beispielsweise, weil wegen der Kontaktbeschränkungen weniger Besuche stattfinden, bei denen man ansonsten ja öfters mal einen Strauß Blumen mitbringt.