Nachdem sich die vergangenen neun Ausstellungen stets auf einen oder zumindest wenige Künstler konzentrierten, präsentiert die Sammlung Grässlin in ihrer zehnten Ausstellung eine Hitparade verschiedener Künstler in den in der Stadt verteilten Räumen für Kunst. Dem Betrachter begegnen Werke namhafter Künstler wie Günter Förg, Reinhard Mucha, Rachel von Morgenstern und Martin Kippenberger.

Bärbel Grässlin guckt über den Rand des „Pot of Questions“, den Topf der Fragen, einer künstlerischen Arbeit des Schweizer Künstlerduos Fischli&Weiß. Sie führte die Medienvertreter durch die neue Ausstellung, die eine Hitparade zahlreicher Exponate aus der Sammlung Grässlin zeigt.
Bärbel Grässlin guckt über den Rand des „Pot of Questions“, den Topf der Fragen, einer künstlerischen Arbeit des Schweizer Künstlerduos Fischli&Weiß. Sie führte die Medienvertreter durch die neue Ausstellung, die eine Hitparade zahlreicher Exponate aus der Sammlung Grässlin zeigt. | Bild: Sprich, Roland

Die Corona-Krise hat auch die Kunst nicht verschont. „Eigentlich wollten wir die Ausstellung im Juli mit einem großen Opening eröffnen. Aber daraus wurde nichts. Jetzt haben wir die Ausstellung quasi still und heimlich eröffnet“, sagt Sammlungsleiterin Hannah Eckstein. Das Premierenpublikum bestand demnach aus einer Handvoll Vertreter lokaler und überregionaler Medien, die von Galeristin Bärbel Grässlin persönlich durch die neue Ausstellung geführt und mit detaillierten Informationen zu den jeweiligen Künstlern und ihren Werken versorgt wurden.

Sammlungsleiterin Hannah Eckstein erläutert Medienvertretern ein Werk von Günther Förg.
Sammlungsleiterin Hannah Eckstein erläutert Medienvertretern ein Werk von Günther Förg. | Bild: Sprich, Roland

Während die Werke, Bilder, Fotografien, Skulpturen und Dauerinstallationen von Künstlern wie Tobias Rehberger, Markus und Albert Oehlen, Erich Hauser und Christopher Williams in den Räumen für Kunst ihre Platz haben, konzentriert sich die Ausstellung im Kunstraum ausschließlich auf Werke von Franz West. Anders als andere Kunstwerke, die nach genauen Vorgaben des Künstlers arrangiert und gerne bestaunt, aber keinesfalls berührt werden dürfen, lädt Franz West den Betrachter ausdrücklich dazu ein, mit den Werken zu interagieren. „Da darf man sich ruhig draufsetzen“, erklärte Sammlungsleiterin Hannah Eckstein und setzte sich für das Pressefoto auf einen Stuhl, der zum West‘schen Gesamtarrangement gehört. Dadurch, dass der Rezipient, also der Betrachter, durch diese Art der Interaktion zum integralen Bestandteil der Werke wird, werden diese so erst komplettiert.

Die Ausstellung im Kunstraum in der Bahnhofstraße, vor dem auch die grellbunten Sitzwulste von Franz West arrangiert sind, ist sozusagen Platz eins der subjektiv von den Sammlerinnen Sabine, Bärbel und Karola Grässlin ausgewählten Objekte für die Hitparade. Die 20 Räume für Kunst, die beispielsweise in den Schaufenstern leer stehender Ladenlokale eingerichtet sind, zeigen dagegen jeweils Werke mehrerer Künstler. Manche davon sind jederzeit zugänglich. Andere wiederum können nur bei speziellen Führungen besichtigt werden. Sie sind beispielsweise in den Privatanwesen von Sabine und der kürzlich verstorbenen Anna Grässlin zu sehen.

Bärbel Grässlin konnte übrigens nicht nur mit fundierten Informationen zu den jeweiligen Künstlern dienen. Dadurch, dass die Kinder von Dieter und Anna Grässlin, deren Sammelleidenschaft sich auf die vier Kinder übertrug, stets den direkten und persönlichen Kontakt zu den Künstlern hatten und haben, gab es auch die eine oder andere heitere und private Anekdote zu hören.

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