Ihre Auftritte im Laufe eines Jahres kann man gewöhnlich an einer Hand abzählen. Aber gerade deshalb ist den Musikern des St. Georgener Kammerorchesters viel daran gelegen, dass jedes einzelne Konzert auch sitzt. Was das für die Proben des Vereins bedeutet, weiß kaum einer besser als der musikalische Leiter des Orchesters, Reinhard Ziegler.

Seit 2013 ist er Dirigent der etwa 25-köpfigen Formation und arbeitet mit dieser stetig daran, verschiedene Spielweisen und den Klang des Orchesters weiterzuentwicklen. „Dazu gehört auch Experimentelles und die eigene Interpretation von moderneren Musikstücken. Unsere Musiker sind hier sehr offen und vertrauen darauf, dass das klappt, was der Dirigent da gerade macht“, sagt er schmunzelnd.

Zwei große Konzerte

Das muss aber auch so sein, um das Kammerorchester über die unterschiedlichen Generationen zusammenzuhalten. „Manche bei uns machen gerade Abitur, während andere Musiker schon über 80 Jahre alt sind“, schildert Ziegler. Bis die so geprobten Konzerte einstudiert sind, dauere es daher nun einmal sehr lange. „Verglichen etwa mit der Stadtmusik haben wir natürlich längst nicht so viele Auftritte, meist sind es nur zwei große Konzerte im Jahr.“

Das liege vor allem daran, dass das Kammerorchester kein festes Repertoire an Stücken habe, sondern für jedes Konzert ein neues Programm einstudiert werde, so der Dirigent. Dazu kämen hohe Anforderungen an die Räumlichkeiten: „Mit Streichern kann man beispielsweise nicht unter freiem Himmel spielen.“ Dieses Jahr wäre das erste Konzert etwa im März in der Stadthalle gewesen, mit Stücken von Johann Sebastian Bach in Verbindung mit Jazz. Doch diesem Auftritt kam die Corona-Pandemie in die Quere.

Dirigent Reinhard Ziegler ist für die musikalische Leitung verantwortlich.
Dirigent Reinhard Ziegler ist für die musikalische Leitung verantwortlich. | Bild: Dr. Ralph Richter

So kommt es, dass die ansonsten wöchentlichen Proben in den Räumen der Jugendmusikschule dieser Tage vollständig ausfallen. „Im Moment läuft bei uns gar nichts“, schildert Ziegler die Situation. „Außer ein paar Übungen und dem Einrichten der Noten können wir nur abwarten, denn für die Einhaltung der Sicherheitsabstände wäre unser Proberaum schlichtweg zu klein.“

Unverbindliche Möglichkeiten

Dass die Proben bei der Jugendmusikschule stattfinden ist dabei aber mehr als nur glückliche Fügung. Denn qua Vereinssatzung verschreibt sich das Kammerorchester auch der Förderung von Nachwuchsmusikern. „Gerade dass Schüler bei uns die Möglichkeit bekommen, im Orchester zu spielen, ist mir als Musikpädagoge ein wichtiges Anliegen“, sagt Ziegler.

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Diese finden den Weg auch über das Schulorchester der Zinzendorfschulen in Königsfeld, mit denen das Kammerorchester zusammenarbeitet. „Die jungen Musiker sind zwar meist nach dem Abitur weg, wenn es zum Studium in eine andere Stadt geht, aber im mittleren Alter schnuppern viele wieder rein und kommen so zu uns.“ Überhaupt, so betont er, stehe diese Möglichkeit allen interessierten Musikern offen. Aktuell suche man etwa noch erste Geigen und Celli, da könne man jederzeit unverbindlich bei den Proben reinschauen. Jedoch erst, sobald sie wieder stattfinden können, versteht sich.

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