Trotz der Corona-Pandemie machten es die Produzenten des Films möglich, dass der vielfach preisgekrönte Streifen „Funkenflug – Chronik einer Katastrophe“ auf den Tag genau 155 Jahre nach dem verheerenden Stadtbrand im Theater am Deutschen Haus aufgeführt wurde.

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Am 19. September 1865 ging das damals noch weitaus kleinere Städtchen St. Georgen mitsamt der Kirche in den Flammen unter und musste neu aufgebaut werden. Nur wenige Häuser blieben stehen. Die Premiere wurde schon vor fünf Jahren zum 150. Jahrestag der Katastrophe in der Stadthalle gefeiert, wie das Produzenten-Ehepaar Ute und Helmar Scholz berichtete.

Eine Szene aus dem mehrfach preisgekrönten Film „Funkenflug“. Zahlreiche Darsteller aus St. Georgen und der Umgebung wirken als Komparsen mit.
Eine Szene aus dem mehrfach preisgekrönten Film „Funkenflug“. Zahlreiche Darsteller aus St. Georgen und der Umgebung wirken als Komparsen mit. | Bild: Roland Sprich

Bei der Aufführung am vergangenen Samstag konnten wegen der Abstands-Regelungen statt 120 Stühlen im Theater nur die Hälfte gestellt werden. Aber unter den 60 Besuchern waren mehr als 20 Laienschauspieler aus der Region dabei, die beim Film mitgewirkt hatten. Und das Schönste in dem kleinen Theatersaal war ohne Zweifel die Anwesenheit von Regisseurin Stephanie Kiewel und Drehbuchautor Finn Drude.

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Die Technik machte es möglich, dass Stephanie Kiewel und ihr Schulfreund Finn Hauke Drude per Facebook-Streaming live aus England zugeschaltet wurden. Beide hatten ihr Abitur am Strittmatter-Gymnasium gemacht und drehten vor sechs Jahren diesen eindrucksvollen Film. Am Video-Fenster erzählten sie, an welchen Drehorten die einzelnen Episoden entstanden sind, die dann von Finn Hauke Drude zusammen geschnitten wurden.

Stephanie Kiewel arbeitet mittlerweile in England für die BBC. Hier ist sie bei Dreharbeiten zur Doku „One pound house“ in Liverpool zu sehen.
Stephanie Kiewel arbeitet mittlerweile in England für die BBC. Hier ist sie bei Dreharbeiten zur Doku „One pound house“ in Liverpool zu sehen. | Bild: Stephanie Kiewel/privat

Kiewel berichtete von den zahlreichen Preisen, die der Film inzwischen bekam. Eine Gedenken an das Produktions-Mitglied Arno Schwarz, der vor vier Jahren nach schwerer Krankheit starb, fehlte auch nicht im Programm von Ute Scholz. Der Kurzfilm faszinierte und entsetzte gleichzeitig, weil die Zuschauer miterleben konnten, wie in früheren Zeiten in wenigen Stunden eine ganze Stadt untergehen konnte und alle Bewohner ihr Hab und Gut verloren. Spannend war bei der Zeugenbefragung die Vorstellung der Hauptdarsteller im perfekten St. Georgener Dialekt.

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