Der Neubau der EGT Unternehmensgruppe an der Bundesstraße in St. Georgen setzt neue Maßstäbe. Und das in vielerlei Hinsicht. Der Bauherrin, die EGT Energie GmbH, und dem Architekturbüro Ketterer aus Königsfeld ist es gelungen, die vielfältigen Funktionsvorgaben eines Bürogebäudes mit Werkstatt, Lager, Büro- und Schulungsräumen und Ausstellungsbereich mit innovativen Technologien zu paaren. Und ein Höchstmaß an Energieeffizienz zu erzeugen und das Ganze optisch ansprechend zu verpacken. Durch die üppige Verwendung des Naturbaustoffs Holz wurde zudem ein Vorzeigeobjekt in Sachen Nachhaltigkeit geschaffen. Rund fünf Millionen Euro investierte die EGT nach eigenen Angaben in das Objekt, das neben der EGT Gebäudetechnik GmbH, Tochter der EGT AG, auch die neue Heimat des interkommunalen Wasserversorgers, die Aquavilla GmbH, geworden ist.

Notwendig wurde der Neubau aufgrund beengter Platzverhältnisse am Hauptsitz in Triberg. Die EGT Gebäudetechnik GmbH hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Standbeine der EGT Unternehmensgruppe entwickelt. Sie ist auf die Umsetzung komplexer elektro- und informationstechnischer Großprojekte spezialisiert. So war die EGT Gebäudetechnik beispielsweise als einziges Handwerksunternehmen aus der Region am Bau des Schwarzwald-Baar-Klinikums beteiligt.

Mit dem Bezug des Neubaus werden rund 40 Mitarbeiter an den neuen Standort in St. Georgen wechseln. Mit dem Standort an der Bundesstraße hat es sich die Bauherrin nicht leicht gemacht. Damit der Neubau auf dem betriebseigenen Gelände auf festem Boden steht, musste das Gebäude auf 45 Betonpfähle gestellt werden, die bis zu 18 Meter tief in den nicht tragfähigen Untergrund ragen. Darauf wurde das Untergeschoss in Betonbauweise erstellt. Hier sind Werkstatt-, Lager- sowie Technik- und gemeinsame Sozialräume untergebracht. Der Rest des Gebäudes wurde komplett in Holzbauweise erstellt.

„Damit soll der Nachhaltigkeitsgedanke, für den die strategische Ausrichtung der EGT steht, sichtbar gemacht werden“, erläutert Erik Hugel, Geschäftsführer der EGT Energie GmbH.

Im Erdgeschoss des sich zur Bundesstraße hin öffnenden Gebäudes werden in einer Ausstellung Anwendungsbeispiele für elektrotechnische Gebäudeausstattung, dezentrale Energieversorgungssysteme sowie Themen der Energiewende präsentiert. Hier ist auch die Aquavilla GmbH zuhause. Im zweiten und dritten Stockwerk sind die Büroräume der EGT Gebäudetechnik angesiedelt. Im Dachgeschoss ist der große Konferenz- und Schulungsraum. Von hier aus geht es auch auf die 112 Quadratmeter große Dachterrasse, von der aus man einen freien Blick auf die Bergstadt genießen kann.

Dass das Gebäude Vorreiter in Sachen Energieeffizienz ist, versteht sich von selbst. In den in den Boden eingelassenen Betonpfählen sind Soleleitungen integriert, mit denen die notwendige Energie aus dem Boden entzogen wird, um über die Solarwärmepumpe das Gebäude zu beheizen. Wärme aus dem Boden wird zur Speisung der Wärmepumpe gewonnen. Für eine optimale Raumklimatisierung in den gläsernen Besprechungsräumen sorgen hochsensible Sensoren, die den CO²-Gehalt der Luft messen und so den Volumenstrom der Lüftungsanlage steuern. Die hochgedämmte Gebäudehülle sorgt zudem für einen hohen Deckungsgrad an selbst erzeugter Energie.

Auch das Thema E-Mobilität wurde beim Bau berücksichtigt. Direkt beim Gebäude ist eine öffentliche Multi-Standard Schnellladesäule mit drei Ladepunkten installiert.

In den Neubau ist neben der EGT-Gebäudetechnik auch die Aquavilla GmbH als Mieterin eingezogen. 2003 als interkommunales Unternehmen von den Gemeinden St. Georgen, Triberg, Vöhrenbach, Furtwangen, Königsfeld und Schönwald sowie der EGT Energie GmbH gegründet, ist deren Aufgabe die Gewährleistung des technisch-operativen Betriebs der kommunalen und privaten Trinkwasserversorgung.

Damit aus dem heimischen Wasserhahn jederzeit sauberes Trinkwasser fließt, liegen im Verantwortungsbereich der Aquavilla, die rund 45¦000 Einwohner versorgt, beispielsweise 40 Hochbehälter mit zusammen mehr als 18¦000 Kubikmeter Volumen. Rund zwei Millionen Liter Wasser werden jährlich aus über 100 Quellen, sechs Tiefbrunnen und einer Fernwasserleitung gefördert und in 18 Anlagen aufbereitet. Das zu überwachende Rohrnetz ist 650 Kilometer lang und wird mit einem firmeneigenen Leckortungsfahrzeug überwacht.

Bedingt durch die Corona-Krise konnte die Fertigstellung des EGT-Neubaus bislang nicht mit einem großen Fest gefeiert werden. „Eine Feier war dieses Jahr geplant, aufgrund der Pandemie werden wir das im nächsten Jahr in Form eines Tages der offenen Tür feiern“, wie Unternehmenssprecherin Andrea Pfrengle mitteilt.
(spr)

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