Dietmar Will wollte investieren, Stellplätze und eine Fotovoltaik-Anlage schaffen – und darf es nicht. Das ärgert den Inhaber des Hotel Kammerer in St. Georgen. Er findet, dass man vor allem für den Bau von Fotovoltaik-Anlagen derzeit niemandem Steine in den Weg legen sollte.

Garage hinter dem Hotel

70 bis 80 Prozent seines eigenen Strombedarfs, sagt Will, hätte er über die Anlage decken können. Zudem hätte er zwölf Stellplätze für die Hotelgäste geschaffen. Für Will wertvoll, da die jetzigen Stellplätze in der Hermann-Papst-Straße, die er seinen Gästen anbieten kann, nur gemietet sind.

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Die neu geplante Garage wäre hinter dem Hotel entstanden, hätte nach eigenen Angaben rund 400.000 Euro gekostet. Will hätte einen Teil des Stadtgartens nutzen müssen und diesen von der Stadt kaufen. Die Fläche, die er hätte kaufen müssen, sagt Will, wäre nur klein gewesen.

Realisiert wird die Garage, so sieht es wohl aus, nicht. „Der Bau ist angeblich zu wuchtig“, sagt Will. Entsprechend sei sein Antrag in nichtöffentlicher Sitzung des Gemeinderats bereits drei Mal abgelehnt worden. Für Will ist auch dieses Argument wenig stichhaltig. Wuchtig sei der Anblick des Gebäudes von unten auch im jetzigen Zustand.

Bürgermeister begründet Ablehnung

Bürgermeister Michael Rieger bestätigt diese Ablehnung, die im Gemeinderat eine breite Mehrheit gefunden habe, nennt dafür aber konkrete Gründe. „Wir können den Stadtgarten für eine spätere Sanierung nicht verbauen“, sagt er. Zudem, so Rieger zur Ablehnung des Garagen-Projekts, sei es aus städtebaulich zu massiv.

Verschiedene Optionen angeboten

Trotzdem habe man Dietmar Will, so sagt der Bürgermeister, verschiedene Optionen angeboten, um zu helfen. „Diesbezüglich haben wir uns umfangreich für ihn ins Zeug gelegt“, sagt Rieger. Obwohl das, so betont er, nicht Aufgabe der Stadtverwaltung gewesen wäre.

Will habe alle Optionen, die aus Sicht Riegers gut waren, und für die die Stadt Verpflichtungen eingegangen wäre, abgelehnt.

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Und was passiert nun? Will würde seine Garage gerne weiterhin bauen. Nur die Hoffnung darauf ist gering geworden. Auch die Umstände haben sich zusätzlich verschlechtert. „Alleine aufgrund der Zinssituation“, sagt Will.

Suche nach PV-Alternative

Vor allem aber die Idee einer PV-Anlage will er nicht fallen lassen. Er sucht andere Möglichkeiten und Flächen an seinem Gebäude. Auch auf dem Dach, wo aber schon aufgrund der Architektur nicht so viel Fläche zur Verfügung stehe. Entsprechende Angebote lasse er gerade erstellen.

„Diese Anlage wäre aber teurer und nicht so effizient“, sagt Will. Nur auf etwa die Hälfte der Leistung käme man so. Aber bei der derzeitigen Situation am Energiemarkt sei das besser als nichts.

Links der heutigen Treppenanlage hätte die Garage stehen sollen. Die Zufahrt wäre etwa auf Höhe der Treppen angelegt worden.
Links der heutigen Treppenanlage hätte die Garage stehen sollen. Die Zufahrt wäre etwa auf Höhe der Treppen angelegt worden. | Bild: Ganter, Patrick