Viele Kommunen haben aufgrund der explodierenden Energiepreise bereits Maßnahmen zur Energieeinsparung präsentiert. In St. Georgen wird derzeit geprüft, wie diese Kosten gesenkt werden können. Allerdings will die Stadtverwaltung dabei wohlüberlegt handeln und keinen übertriebenen Aktionismus an den Tag legen, wie Bürgermeister Michael Rieger es formuliert.

Kühlschränke im Rathaus ausgeschalten

Schon im Juli hat Bürgermeister Michael Rieger die jeweiligen Amtsleitungen damit beauftragt, Vorschläge und Ideen zu sammeln, wie in den öffentlichen Einrichtungen Energie eingespart werden könne. Über das Ergebnis will er derzeit allerdings noch nicht zu viel verraten. „Wir werden die gesammelten Vorschläge zunächst in einer öffentlichen Sitzung mit dem Gemeinderat besprechen“, so Rieger auf Anfrage.

„Jeder muss erkennen, dass wir in einer anderen Zeit leben als noch vor vier Monaten.“
Michael Rieger, Bürgermeister

Allerdings bleibt die Verwaltung bis dahin nicht untätig. Wie Giovanni Costantino, Leiter Zentrale Steuerung und Dienste, sagt, wurden erste Maßnahmen im Rathaus bereits umgesetzt. „Es gab im Haus einige Kühlschränke, in denen Mitarbeiter Getränke kühlten. Diese Kühlschränke sind alle abgeschaltet“, so Costantino. Auch wurden sowohl die Wasser- als auch die Außentemperatur im Hallenbad bereits um jeweils zwei Grad abgesenkt.

Mit Bedacht vorgehen

Bürgermeister Rieger macht deutlich, dass die Verwaltung nicht alleine dafür verantwortlich sein wird, Energie und damit Kosten einzusparen. Man wolle mit gutem Beispiel vorangehen „und andere Einrichtungen motivieren, mitzumachen“, so Rieger.

Auch die Roßbergsporthalle wird mittels LED beleuchtet. Das Bild wurde im September 2020 aufgenommen.
Auch die Roßbergsporthalle wird mittels LED beleuchtet. Das Bild wurde im September 2020 aufgenommen. | Bild: Ganter, Patrick (Archiv)

Auch müsse jeder einzelne Bürger sein Verhalten überdenken. „Jeder muss erkennen, dass wir in einer anderen Zeit leben als noch vor vier Monaten“, nimmt der Bürgermeister jeden Bürger in die Verantwortung.

Rieger will in Sachen Energie einsparen allerdings „keine Schnellschüsse machen und nicht in Aktionismus verfallen“. Man wolle genau überlegen, welche Folgen welche Entscheidung letztendlich haben werde. Man habe auch eine soziale Verantwortung und wolle nicht einfach Einrichtungen schließen.

In der Peterzeller Mehrzweckhalle wurde die Beleuchtung im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen ebenfalls auf LED umgestellt. Die Aufnahme ...
In der Peterzeller Mehrzweckhalle wurde die Beleuchtung im Zuge der Modernisierungsmaßnahmen ebenfalls auf LED umgestellt. Die Aufnahme ist im April 2018 entstanden. | Bild: Sprich, Roland (Archiv)

Wie Costantino ergänzt, sei „die Stimmung seit Corona in der Bevölkerung ohnehin nicht so gut. Da müssen wir schauen, dass wir den Menschen nicht zu viel abverlangen“.

Rieger weist darauf hin, dass die Stadt schon lange Anstrengungen in Sachen Energieeinsparung unternimmt. So wurde 2020 ein neues Blockheizkraftwerk am Bildungszentrum in Betrieb genommen. Und die Straßenbeleuchtung in Langenschiltach sei mittlerweile komplett auf LED-Beleuchtung umgestellt.

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