Kaum ein Name ist in St. Georgen so präsent wie der von Robert Gerwig. Wer aber diese Person ist, die jenem Gebäude seinen Namen gab, das man früher schlicht das „Alte Schulhaus“ nannte, ist heute nur noch wenigen bekannt. Dabei ist das berühmteste Werk des 1820 in Karlsruhe geborenen Bauingenieurs fast ebenso prägend für die Bergstadt, wie es das neoklassizistische Schulgebäude und die ebenfalls nach ihm benannte Gerwigstraße ist: die Schwarzwaldbahn.

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Über zehn Jahre lang plante und baute er zwischen 1863 und 1873 die bis heute so wichtige Eisenbahnverbindung zwischen Singen und Offenburg. Auch in der Schweiz war der Ingenieur ein gefragter Mann, wo er noch bis 1875 den Bau und die Planung des über 15 Kilometer langen Gotthardtunnels leitete.

Blick auf die Gerwigstraße und die Lorenzkirche im Jahr 1908.
Blick auf die Gerwigstraße und die Lorenzkirche im Jahr 1908. | Bild: Stadtarchiv St. Georgen

Eine nicht weniger bewegte Geschichte hat auch das nach ihm benannte Schulhaus hinter sich. Nach der Einweihung im April 1905 entwickelten sich dort die Grund- und Hauptschule, das Progymnasium, die Realschule und die Sonderschule, die heute längst nicht mehr unter einem Dach Platz finden. Auch ein Volksbad war in den Kellerräumen eingerichtet. Und das Gebäude wurde als eines der ersten in St. Georgen mit elektrischem Licht beleuchtet, weshalb man bald auch der Architektur wegen andernorts etwas neidvoll vom „Schulpalast“ in der Bergstadt sprach.