Corona hängt wie ein Schreckgespenst in den Köpfen vieler Vereinsverantwortlicher. Vor allem ist der Jugendbereich davon betroffen. Was in jahrelanger mühsamer Kleinarbeit aufgebaut wurde, droht nun während der Corona-Lockdowns in die Bedeutungslosigkeit zu fallen – so die Befürchtung.

Allerdings stemmen sich viele Vereine dagegen an. Ja, es wurden regelrecht neue Strategien entwickelt, um dem Hindernis aus dem Weg zu gehen. Eine Umfrage bei Vereinsvorsitzenden und Mitarbeitern, wie es um die Jugendarbeit steht, ergab den Tenor: Ja, wir haben Jugendliche verloren, wir sind aber wieder dabei, verlorene Jugendliche zurück zu bekommen.

Radfahrverein Mönchweiler

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden Hartmut Capteina stellt sich heraus, dass in diesem Jahr eigentlich keine personellen Verluste im Jugendbereich zu verzeichnen waren. Doch „im vergangenen Jahr war es schlimm, da die Trainingszeiten weggefallen sind“. Vor allem konnte kein Gruppentraining durchgeführt werden, beklagt Capteina. Zum Glück konnte ab diesem Juli das Gruppentraining wieder aufgenommen werden. Aktuell trainieren sieben von zwölf Kindern. Auch Jugendtrainer Peter Freigang freut sich, dass seit Mai das Gruppentraining unter Einhaltung der Coronabestimmungen wieder begonnen hat. Vor allem freuen sich die Kinder, dass sie sich dem Radsport widmen können.

Vor der Trainingsausfahrt werden noch einige Aufwärmrunden um den zentralen Baum im Schulhof von Mönchweiler gedreht.
Vor der Trainingsausfahrt werden noch einige Aufwärmrunden um den zentralen Baum im Schulhof von Mönchweiler gedreht. | Bild: Werner Mueller

Musikverein Mönchweiler

Auch bei diesem Verein ist die Jugendarbeit komplett ausgefallen, was der Vorsitzende Rolf Förnbacher sehr bemängelt. Man habe es versucht, über Internetschaltungen die Kinder zu erreichen. „Das hat nicht zum Erfolg geführt“, bemängelt Förnbacher. Vier Kinder sind abgesprungen. „Aktuell beteiligen sich 13 Kinder an der musikalischen Ausbildung.“ Die Ausbildung am Instrument findet immer im Einzelunterricht statt. „Wir haben extra Plexiglastrennscheiben gekauft, um die räumliche Trennung sicher zu stellen“, betont er Vorsitzende. In Präsenz wird seit Anfang Juli wieder unterrichtet. Begonnen wird mit der musikalischen Früherziehung an der Blockflöte. „Die Kinder sollen auch Spaß am musizieren haben“, erklärt Rolf Förnbacher.

Tennisclub Königsfeld

Für Trainerin Christine Potschaske war die Coronazeit keine gute Zeit. Über den Winter 2020 war die Sporthalle in der Grundschule für sportliche Betätigung gesperrt. „Wir haben Kinder verloren und die Konzentration bei den Kindern habe nachgelassen“, stellt Potschaske fest. Seit diesem Frühjahr werden bei den Jugendlichen wieder Neuzugänge verzeichnet, freut sich die Trainerin.

Immerhin sind knapp 40 Jugendliche im 65 Mitglieder umfassenden Verein aktiv. Um den Trainingsbetrieb aufnehmen zu können, müssen die Jugendlichen in Präsenz dabei sein. Und „die Abstandsregeln sind beim Tennis gut einzuhalten“, so die Trainerin.

Unser Archivbild aus dem Jahr 2016 zeigt Kinder beim Tennistraining in Königsfeld.
Unser Archivbild aus dem Jahr 2016 zeigt Kinder beim Tennistraining in Königsfeld. | Bild: Christiane Potschaske

Turnverein St. Georgen

Der Vorsitzende Gerhard Mengesdorf berichtet von fehlenden Neueintritten im vergangen Jahr. „Gerade die Kinder der Altersgruppen null bis sechs Jahre fehlen als neue Mitglieder im Verein.“ Die Mitglieder „haben uns die Treue gehalten“, freut sich der Vorsitzende. „Es wurde digitales Kinderturnen angeboten, an dem rund 20 Teilnehmer dabei waren.“

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Handballtrainer Stephan Lermer verzeichnet das Zurückkommen der Kinder zur Handballabteilung. „Während der Einschränkungen durch Corona war Training nicht möglich.“ Auch „den Bezug über Online Training herzustellen, war nicht die beste Lösung.“ Inzwischen sind 20 Kinder wieder über das Ferienprogramm wieder zum Training gekommen, so Lermer.

Hoch hinaus wollen die jungen Turner bei der Adventsfeier des Turnvereins im Jahr 2019. Ein beherzter Sprung über den Kasten ist da schon ein guter Anfang.
Hoch hinaus wollen die jungen Turner bei der Adventsfeier des Turnvereins im Jahr 2019. Ein beherzter Sprung über den Kasten ist da schon ein guter Anfang. | Bild: Turnverein St. Georgen

Corona und Vereine

Dass Corona nicht nur das Leben der Bevölkerung umgekrempelt hat, ist inzwischen bekannt. Besonders die Vereine mit Jugendarbeit haben darunter gelitten. Kaum ein Verein, dem keine Jugendlichen abhanden gekommen sind. Glücklicherweise lässt sich jetzt ein umgekehrter Trend erkennen. Seit wieder trainiert oder geübt werden darf, kommen die Kinder oft wieder zurück.