Sie sind vielleicht die musikalischsten Einwohner des Hochschwarzwaldes. Und vermutlich sind sie diejenigen, die mit dem alemannischen Dialekt am kreativsten umgehen können. Auf jeden Fall aber sind sie das Wildeste, das der Schwarzwald zu bieten hat. Drum nennen sie sich auch die „Wilden Wälder“. Und als solche brachten sie Stimmung und jede Menge Wortwitz auf die Freilichtbühne des Theaters im Deutschen Haus.

Die Wilden Wälder, das sind vier Musiker aus dem Hochschwarzwald, die es sich zur Aufgabe machen, bekannte Melodien mit eigenen Texten im alemannischen Dialekt zu versehen.
Die Wilden Wälder, das sind vier Musiker aus dem Hochschwarzwald, die es sich zur Aufgabe machen, bekannte Melodien mit eigenen Texten im alemannischen Dialekt zu versehen. | Bild: Sprich, Roland

Die Wilden Wälder schaffen es, Alltagsbanalitäten musikalisch zu verpacken. Das Rezept klingt einfach. Sie bedienen sich bekannter Melodien und versehen diese mit eigenen Texten. Und genau hier setzt die Genialität der vier Musiker an. Denn um aus internationalen Hits Lieder mit Schwarzwälder Akzent zu machen, braucht es schon einiges an Fantasie. Kein Problem für das musikalische Quartett. Und so wird aus Michael Jacksons „Billy Jean„ schon mal das Klagelied einer Waschmaschine, die sich darüber auslässt, dass sie im Singlehaushalt immer nur „Billig Jeans“ waschen darf.

Erster Auftritt nach Coronpause

Für die vier Musiker war das Gastspiel in St. Georgen das erste nach einer langen Coronapause. „Ich habe mich schon so daran gewöhnt, dass samstags für mich der Tag der Ruhe und des Wohlbefindens ist“, verriet einer der Musiker, der endlich nicht mehr jeden Samstag mit der Frau in die Stadt zum Shoppen gehen brauchte. Was natürlich prompt in einem weiteren Song „Shopping mit miim Wiieb“ verballhornt wurde. Aber auch das Postgeheimnis, das bei den vier gestandenen Herren bestens aufgehoben ist und die schon mal grob vorsortieren, welche Briefe und Pakete sie überhaupt zustellen, wurde besungen.

Seit 14 Jahren auf Tour

Seit 14 Jahren tingelt das musikalische Quartett durch den Schwarzwald. Klar, dass in dieser Zeit so mancher Unsinn verbrochen und so mancher Blödsinn besungen wurde. Und schon schallte den amüsierten Zuhörern ein Medley mit den Hits aus der Vergangenheit entgegen. Offensichtlich machten sich die Schwarzwälder schon frühzeitig Gedanken um biologische Tierhaltung, wie mit „Niemand ist so frei wie ein Freiland-Ei“ zum Ausdruck brachten.

Komischer Reiseführer

Um der Hochschwarzwald-Tourismus-Gesellschaft bei ihrem Bemühen unter die Arme zu greifen, nach der Coronapause Touristen aus der ganzen Welt in den Schwarzwald zu locken, haben die Wilden Wälder auch einen zweisprachigen Reiseführer kreiert. Urkomisch, wie sie Begriffe wie Tannenzapfenschlacht und Kirschwassertaufe übersetzten. Da wurde aus Bärental schon mal Haribo-City und aus St. Blasien Saint Lewinsky. Und am Ende schallte neben dem Gelächter des Publikums auch kräftiger Beifall über das Freilichtgelände.

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