Langsam hebt Dirigent Slawomir Moleta den Taktstock. Klarinetten, Saxophone, Flöten, Schlagwerk, Trompete und Tuba lassen die ersten Takte der Polka „Böhmischer Traum“ erklingen. Zum ersten Mal seit dreieinhalb Monaten haben sich die Mitglieder der St. Georgener Stadtmusik wieder zu einer gemeinsamen Musikprobe getroffen. Und sind damit einen Schritt unterwegs zur Normalität.

Zwei Meter Abstand müssen die Musiker einhalten – das klappt gut mit dem neuen Sitzkonzept.
Zwei Meter Abstand müssen die Musiker einhalten – das klappt gut mit dem neuen Sitzkonzept. | Bild: Sprich, Roland

„Ich bin froh, Euch alle wiederzusehen“, hat Patrick Hilpert vom Vorstandsteam zuvor die Musiker begrüßt. Der Bund Deutscher Blasmusikverbände hat ein Muster-Hygienekonzept entwickelt, an dem sich die Musikvereine orientieren müssen, um wieder gemeinsam proben zu können.

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Damit die Stadtmusiker sich nach der dreieinhalbmonatigen Corona-Pause wieder treffen konnten, haben Hilpert und Lisa Reuter vom Vorstandsteam den Probenraum unter der Stadthalle coronakonform eingerichtet. Die Stühle sind in einem Abstand von zwei Metern aufgestellt. Um hier den Platz optimal auszunutzen, wurde das Sitzkonzept verändert. Dazu werden jetzt auch die breiten, abgestuften Flächen genutzt. „Wir haben dadurch ein Drittel mehr Raumnutzung“, freut sich Dirigent Moleta, der von der neuen Sitzanordnung so begeistert ist, „dass wir das nach Corona vermutlich sogar so belassen werden.“

Bei manchen Instrumenten wird laut Hygieneempfehlung des Blasmusikverbandes das Tragen von Handschuhen empfohlen.
Bei manchen Instrumenten wird laut Hygieneempfehlung des Blasmusikverbandes das Tragen von Handschuhen empfohlen. | Bild: Sprich, Roland

29 Musiker haben nach dem errechneten Raumkonzept Platz. Das reicht. Zwar hat die Stadtmusik 40 aktive Musiker. „Aber es sind nie alle da, weil manche studieren, im Urlaub sind oder zur Risikogruppe gehören“, so der Vorsitzende.

„Wir haben alle darauf gewartet“

Auch die Musiker freuen sich, wieder gemeinsam musizieren zu können. „Endlich. Wir haben alle darauf gewartet, wieder was zu tun“, sagt Gina Gentner. Und auch Claudius Bauknecht ist froh. „Durch die probenlose Zeit ist der ganze Wochenplan durcheinander geraten“, sagt er, weil seit über 40 Jahren, in denen er in der Stadtmusik ist, bislang der Dienstag und der Freitagabend feste Musikprobenzeit ist.

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Ganz untätig waren die Stadtmusiker in den vergangenen Monaten trotz Probenpause nicht. So haben sich einige der Musiker an den sonntäglichen Balkonkonzerten beteiligt. Und auch bei der im Internet kursierenden Klopapierchallenge haben die Musiker witzige Videoclips beigesteuert. Doch alle diese Aktionen ersetzen nicht das Gefühl der Kameradschaft, das beim gemeinsamen Musizieren entsteht.

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Hoch motiviert macht sich die Stadtmusik jetzt daran, sich für eventuelle Auftritte vorzubereiten. „Im Moment sind das Floriansfest der Feuerwehr und der Weihnachtsmarkt noch nicht abgesagt“, hofft Patrick Hilpert, dass sich das St. Georgener Blasorchester noch beim einen oder anderen Auftritt in diesem Jahr präsentieren darf. Und natürlich bereitet sich die Stadtmusik auf das traditionelle Festkonzert am dritten Advent vor – ohne zum jetzigen Zeitpunkt jedoch verlässlich sagen zu können, ob und wie das Konzert im Dezember unter den bis dahin geltenden Coronaregelungen stattfinden kann.

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