Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine hat auch für die Menschen in Deutschland einige Auswirkungen: drastisch gestiegene Dieselpreise, teurere Lebensmittel, höhere Energiekosten. Was die drastische Teuerungsrate betrifft, leidet die Bevölkerung inzwischen ob der ins unermesslich steigenden Preise. Vor allem die Teuerung der Lebensmittel und des Kraftstoffs, um Autos bewegen zu können.

Teuerung belastet die Bevölkerung

Mit der allgemeinen Teuerung stellen sich immer mehr Menschen darauf ein, zu überlegen, wofür das Geld ausgegeben werden soll. Es ist festzustellen, dass ein Umdenken stattfindet und der Euro sprichwörtlich vor dem Ausgeben mehrmals umgedreht wird.

Autofahren nur wenn es wirklich nötig ist

Der SÜDKURIER hat versucht, ein Stimmungsbild einzufangen. Bärbel Werner stellt dabei heraus, dass auch bei ihr ein Umdenken eingesetzt hat. Soweit es geht, beschränkt sie sich auf das Nötigste, was das Fahren mit dem Auto betrifft.

„Früher habe ich manchmal anders gehandelt, heute lege ich mir zurecht, was in welcher Reihenfolge zu besorgen ist. Nicht immer ist es möglich, ganz ohne Auto auszukommen, denn ich wohne im Stockwald“, sagt sie.

Bärbel Werner fährt öfters mit dem Fahrrad zum Einkaufen.
Bärbel Werner fährt öfters mit dem Fahrrad zum Einkaufen. | Bild: Werner Mueller

Jedenfalls entschließt sich Bärbel Werner öfter kleinere Strecken zum Fuß zu gehen. „Auch das Fahrrad kommt öfter zum Einsatz, einfach um Energie zu sparen.“ Auch im eigenen Haus ist die Beleuchtung größtenteils auf LED-Leuchtmittel umgestellt.

Nur das kaufen, was man wirklich braucht

„Beim Heizen werden nur noch die Räume warm gehalten, in denen ich mich aufhalte. Denn: so mollig warm, war gestern“, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Auch ihr Kaufverhalten habe sie geändert. Schwerpunkte bilden vor allem Angebote. „Dann kaufe ich nur noch das was ich wirklich brauche.“

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Das gelte für Bekleidung und Schuhe besonders. „Heute lasse ich eher mal etwas reparieren oder ändern.“ Früher war es zugegeben etwas anders. Als alleinerziehende Mutter muss ich mit dem Geld rechnen und „meine Eltern haben mir das aus eigenem Erleben gezeigt, wie es geht“.

Wir sind dran, zu reagieren

Richard und Bärbel Keßler sind mit ihren Enkelkindern zu Fuß unterwegs. Sie genießen die Sonne auf dem Vorplatz der katholischen Kirche. Nachgefragt, wie sie die derzeitige Teuerungsrate erleben, sagt Richard Keßler: „Wir sparen nicht spontan, sind aber dran, aus der jetzt entstehenden Situation zu reagieren. Bereits vor 16 Jahren haben wir unser Hausdach mit Solarpaneelen versehen, seit fünf Jahren befindet sich die Heizung im Haus auf dem damals technisch entwickelten Standard.“

Richard Keßler hat vor Jahren bereits den Grundstock zum Energiesparen gelegt.
Richard Keßler hat vor Jahren bereits den Grundstock zum Energiesparen gelegt. | Bild: Werner Mueller

Derzeit überlege das Ehepaar Keßler, die Hausfassade energiesparend zu renovieren. Was das Heizen betrifft, weist Richard Keßler darauf hin: „Mit Kindern im Haus ist es nicht möglich, weniger und mit geringerer Temperatur zu heizen.“ Was das persönliche Kaufverhalten betrifft, sagt er: „Ich kaufe nicht so gerne und häufig ein, dafür achte ich auf Qualität.“

Aus alt mach neu

Ehefrau Bärbel Keßler hat klare Vorstellungen, was den Kauf von Bekleidung betrifft. „Ich bin Hobbyschneiderin und nähe vieles selbst, sozusagen aus alt mach neu.“ Zum Einkaufen werde das Auto nur benutzt, wenn schwergewichtige Dinge zu transportieren sind.

Bärbel Keßler ändert und repariert als Hobbyschneiderin ihre Kleider selbst.
Bärbel Keßler ändert und repariert als Hobbyschneiderin ihre Kleider selbst. | Bild: Werner Mueller

„Häufig nutze ich mein Fahrrad, selbst auch mal bis zum Peterzeller Bahnhof, um dort beim Haller einzukaufen. Sobald ich unterwegs bin, nutze ich einen kleineren oder größeren Rucksack. Bewegung ist für den Körper gut“, sagt Bärbel Keßler mit einem freundlichen Lächeln.

Leben ohne Auto ist möglich

Für Christel Paskal ist die derzeitige Situation der teurer werdenden Rohstoffe kein Grund um zu verzweifeln. Mit Stolz verweist sie darauf, seit annähernd fünf Jahren ohne Auto auszukommen. „Ich nutze den öffentlichen Nahverkehr, wenn ich mal weiter wegfahre, beispielsweise mit der Bahn.“

Christel Paskal legt zum Einkaufen auch mal weite Strecken zu Fuß zurück.
Christel Paskal legt zum Einkaufen auch mal weite Strecken zu Fuß zurück. | Bild: Werner Mueller

Für sie seien die Verbindungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut nutzbar. „Grundsätzlich erledige ich alle meine Einkäufe zu Fuß. Selbst die Entfernung bis Peterzell verbinde ich mit einer Wanderung“, sagt Christel Paskal.

Einkauf vernünftig planen

Inzwischen stelle sie die Hausbeleuchtung auf LED Leuchtmittel um, um Stromkosten zu sparen. „Zudem folge ich nicht jedem modischen Trend. Es braucht nicht öfters ein neues billiges Kleidungsstück zu sein. Ich stehe eher auf Qualität welche sich mit langer Lebensdauer auszahlt.“ Bei Lebensmitteln achte Christel Paskal auf Sonderangebote und einen vernünftig geplanten Einkauf.