Beim Phonomuseum geht es langsam wieder in Richtung Normalität. Am Donnerstag gab es die erste Sonderführung nach Beginn der Corona-Krise und der daraus resultierenden Schließung von Museen. Ganz normal war die erste Führung trotzdem nicht.

Denn: Schon am Eingang werden Besucher auf die geltenden Hygieneregeln hingewiesen. Es dürfen nur zehn Personen an der Führung teilnehmen. Alle müssen Maske tragen. Eine vorherige Anmeldung zur Führung ist Pflicht. Außerdem müssen beim Besuch des Museums die Kontaktdaten hinterlegt werden. Der SÜDKURIER war bei der ersten Führung nach der Schließung dabei.

Museumsführer Jürgern Weisser veranschaulichte in rund zweieinhalb Stunden die Geschichte der Phonoindustrie vor.
Museumsführer Jürgern Weisser veranschaulichte in rund zweieinhalb Stunden die Geschichte der Phonoindustrie vor. | Bild: Jennifer Moog

Schon die Begrüßung durch Museumsführer Jürgen Weisser fällt anders aus als sonst: „Willkommen zur ersten offiziellen Führung nach Corona. Ich hoffe, Sie bedienen zu können, wie früher“, lautet diese. Acht Interessierte nehmen an der Führung teil. Sie alle tragen einen Mund-Nasen-Schutz, einschließlich des Museumsführers. Ansonsten verläuft die Museumsführung ganz normal. Bei einer Reise durch die Geschichte von Phonoindustrie, Schallplatte, Grammophon und Plattenspieler werden teils mehr als 100 Jahre alte Exponate vorgeführt.

Video: Jennifer Moog

Auch Gertrud Halbritter-Send und Renate Stoll nehmen an der Führung teil. Dass man für die zweieinhalbstündige Führung eine Schutzmaske tragen muss, stört sie nicht, sagt Halbritter-Send. „Man gewöhnt sich nach einer Weile daran“, findet sie. Gut finde sie, dass keiner komisch geschaut habe, wenn man sich vor einem Exponat mal etwas näher kam.

„Das war sehr entspannt“, führt sie weiter aus. Ansonsten war die Allgäuerin sehr beeindruckt von der Zeitreise, die sie erleben durfte. Genauso wie Martin Zelms aus Sachsen. Der junge Mann ist durch Zufall auf die Schallplatte gekommen. „Ich habe einmal zum Geburtstag eine geschenkt bekommen und mir dann gleich einen Spieler gekauft“, so Zelms. Für ihn sei es daher naheliegend gewesen, in seinem Urlaub das Phonomuseum zu besuchen.

Video: Jennifer Moog

Jürgen Weisser ist zufrieden mit der ersten Führung unter veränderten Bedingungen. Er selbst hat viele Jahre in der St. Georgener Phonoindustrie gearbeitet und hat großes Interesse daran, diese Erinnerung zu bewahren. Deshalb sei er froh, dass es endlich wieder los geht. Zwar werde das Museum durch die Stadt finanziell unterstützt. Durch die coronabedingte Schließung bis Mitte Mai habe es natürlich jedoch weniger Besucher gegeben. „Das muss wieder anders werden“, sagt er.