Viele Unternehmen stehen durch die Corona-Krise unter Druck. Auch Stellen werden in vielen Fällen wegfallen. Für Teile der Betroffenen kann das Thema Gründung, davon ist Martin Friedrich, Geschäftsführer des Technologienzentrums (TZ), überzeugt, eine mögliche Alternative darstellen. Die Corona-Krise habe den durch die Digitalisierung anstehenden Transformationsprozess in der Wirtschaft zusätzlich beschleunigt und zeitlich vorverlagert. Dass sich dieser Prozess bislang nicht in einer dramatisch höheren Zahl an Arbeitslosen in Deutschland niedergeschlagen hat, sei dem arbeitsmarktpolitischen Mittel der Kurzarbeit zu verdanken.

Doch Martin Friedrich ist überzeugt: Die Arbeitslosenzahlen werden in den kommenden Monaten deutschlandweit und somit auch regional weiter steigen. Für einige, die gegebenenfalls bereits in der Vergangenheit damit geliebäugelt haben, könnte auch die Selbstständigkeit eine Lösung. „Soweit es sich hierbei um technische oder innovative Geschäftsideen handelt, bietet das TZ mit seinem Inkubator hierfür eine ideale Anlaufstelle“, so Martin Friedrich.

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Das Besondere daran: der sogenannte Inkubator ist nicht nur für Gründer sondern insbesondere auch für Gründungswillige konzipiert. Darunter fallen Personen, die zwar eine Geschäftsidee haben, sich aber nicht sicher sind, ob sie wirklich gründen wollen oder werden. Um speziell bei dieser Personengruppe die Hemmschwelle abzubauen, können Gründungswillige für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten die Infrastruktur des Inkubators und das damit einhergehende Beratungsangebot vor Ort kostenlos nutzen. „Im Inkubator ist die Gründung kein Muss“, erläutert Martin Friedrich. Aber irgendwann müssen sich die Gründungswilligen auch hier entscheiden, ob sie den finalen Schritt in die Selbstständigkeit wagen, da sie ansonsten die räumlichen Kapazitäten und personellen Ressourcen des Inkubators blockieren. Für die Aufnahme reicht theoretisch bereits ein persönliches Gespräch, in dem der Gründungswillige seine Geschäftsidee detailliert erläutert. Soweit es sich dann um eine innovative Idee handelt und entsprechend freie Raumkapazitäten vorhanden sind, werden die Gründungswilligen im Inkubator aufgenommen. Aktuell gebe es noch freie Plätze, so Friedrich. Selbst wenn die Geschäftsidee weder neu noch innovativ sein sollte, versuche man im Technologiezentrum, die Gründungswilligen – wenn auch nicht über den Inkubator – weiter zu unterstützen. Eine Möglichkeit hierzu sei das von der Industrie- und Handelskammer gemeinsam mit weiteren Partnern kreierte Programm „Gründergarage“.

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Der zu erwartende Stellenabbau werde auch über Vorruhestands- oder Altersteilzeitregelungen erfolgen. Davon seien oder werden Mitarbeiter betroffen sein, die über einen enormen Erfahrungsschatz in ihrem Bereich verfügen und sich noch viel zu jung für den Ruhestand fühlen. Befreit von den Zwängen eines Anstellungsvertrags, entwickeln diese Mitarbeiter oft innovative Geschäftsideen. „Gründung kennt keine Altersgrenzen“, sagt Martin Friedrich. Wichtig für den Erfolg einer Gründung ist aus Sicht des TZ-Geschäftsführers ein funktionierendes Netzwerk. Über die regelmäßig vom TZ organisierten Unternehmerabende hat sich so über die Jahre ein Netzwerk gebildet.

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